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Politik EU

Agrarrat: Hogan definiert Dauergrünland

von , am
12.05.2015

EU-Agrarkommissar Phil Hogan nahm beim Agrarrat in Brüssel Stellung zum Thema Dauergrünland. Immer wieder gab es Unklarheiten darüber, welche Flächen automatisch in Dauergrünland umgewandelt werden.

Grünland sollte in der letzten Oktoberdekade zum letzten Mal geschnitten werden. © Mühlhausen/landpixel
In Brüssel trafen sich gestern die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union im Agrarrat. Diskussionen gab es auch zum Thema Dauergrünland. Die EU-Kommission reagierte auf die anhaltende Kritik an der Definition von Dauergrünland. Wie EU-Agrarkommissar Phil Hogan ankündigte, soll der Anbau von Leguminosen wie Alfalfa nach fünf Jahren ausdrücklich nicht zur automatischen Umwandlung der entsprechenden Fläche in Dauergrünland führen. Dies soll ebenso für Brachland gelten, das als ökologische Vorrangfläche deklariert wurde sowie für Flächen, die einer Agrarumweltmaßnahme unterliegen.
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Mehr Flexibilität bei Ökologischen Vorrangflächen

Hogan sagte zu, die Kommission werde umgehend einen entsprechenden Auslegungshinweis verabschieden, um Bedenken gerade auch deutscher Landwirte Rechnung zu tragen. Gleichzeitig will der Ire mehr Flexibilität bei der Berechnung von ökologischen Vorrangflächen gewähren; unter anderem sollen Hecken und Waldstreifen mit Unterbrechungen von bis zu vier Metern als Einheit anerkannt werden. Die neuen Regeln sollen noch für das Antragsjahr 2015 greifen.

Keine Einigung bei der Ökoverordnung

Der Agrarrat hat noch keine einheitliche Position zur Reform der EU-Ökoverordnung gefunden. In einer Aussprache am Montag sah die Mehrheit der Minister zentrale offene Punkte. Obwohl der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs als Vorsitzender die Gespräche bis zum Abend fortführte, erwiesen sich der Umgang mit Rückständen unerlaubter Substanzen und die Häufigkeit der Vor-Ort-Kontrollen als Hindernisse für einen Kompromiss. Beim nächsten Rat im Juni dürfte es einen neuen Anlauf geben. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte bereits am Nachmittag vor Journalisten betont, die Diskussion sei bis zu diesem Zeitpunkt sehr intensiv verlaufen. Er gab sich zuversichtlich, dass es keine Sondergrenzwerte für Rückstände bei Bioprodukten geben werde.  Auch für Importe aus den USA gälten Schwellenwerte. Die Kommission wolle ein gemeinsames System etablieren, bei dem die Standards für Produktion und Außenhandel harmonisiert würden.
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