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Wetterbilanz

Agrarwetter 2022: Drittsonnigster Frühling seit 1951

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am Montag, 30.05.2022 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Nach ersten Auswertungen gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) heute (30.05.) seine vorläufigen Ergebnisse für das Frühlings 2022 bekannt. Insgesamt war es zu warm. Während im Berchtesgadener Land zu viel Regen fiel, bekamen die Landwirte im Nordosten die Trockenheit zu spüren. In NRW verwüsteten Tornados Städte und Felder.

Der Zeitraum März bis Mai 2022 fällt in die Kategorie der deutlich zu warmen Frühjahre. Kaltlufteinbrüche waren kurz und selten. Deutschland stand oft unter Hochdruckeinfluss, der sehr viel Sonnenschein und nur wenig Niederschlag brachte.

Vor allem im März gab es eine lange Schönwetterphase. Der April zeigte sich dann mit seiner ganzen Wetterpalette. Der Mai stand unter dem Einfluss von hohem Luftdruck. Im Süden und Westen kam es gebietsweise auch zu kräftigen Unwettern.

Milder März, Kälterückfall im April, Hochsommer ab Mitte Mai

Im Frühling 2022 lag mit 9,0 Grad Celsius (°C) der Temperaturdurchschnitt um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode (1961 bis 1990). Das Frühjahr begann mit einem zu milden März, der aber auch viele kalte Nächte hatte. Mit 18 Frosttagen im Mittel war der März der frostreichste Monat im Winterhalbjahr 2021/22. 

Anfang April kam es in weiten Teilen Deutschlands zu heftigen Wintereinbrüchen. Am kältesten war es am 4. April in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb, mit -14,6 °C. Der Mai: Anfang und Ende des Monats war es kühl. Mitte Mai war von einer längeren, sommerlichen Witterungsperiode geprägt. In der Region Freiburg im Breisgau kletterte das Thermometer am 20. Mai auf 33,7 °C – das war bundesweit der höchste Frühlingswert.

Zum 9. Mal in Folge: Ein zu trockener Frühling

Schon zum neunten Mal in Folge erfüllte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag nicht: 2022 erreichte er ca. 125 l/m² und damit nur 67 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts.

In der Summe war es im März vielerorts und im Mai regional viel zu trocken. Dagegen fiel im April reichlich Niederschlag. Im Frühling erlebten wir meist schönes Wetter durch Hochdruckeinfluss.

Vereinzelt führte tiefer Luftdruck zu kräftigen Gewittern, die sich Ende April und Mitte Mai vor allem im Süden und Westen örtlich mit Hagel und sintflutartigen Regenmengen zu verheerenden Unwettern auswuchsen. So registrierte das nordöstlich von Füssen im Allgäu gelegene Bad Bayersoien am 5. Mai mit 108,7 l/m² die bundesweit höchste Niederschlagsmenge pro Tag.

Wetterextreme im Frühjahr: Tornados, Starkregen, Trockenheit

Am 20. Mai fegen mehrere Tornados bis zur Stärke F2 über Nordrhein-Westfalen. Diese sorgen für viele Verletzte und führen zu Millionenschäden. Der meiste Niederschlag wird mit teils über 350 l/m² in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen gemessen.

Die trockensten Gebiete des Frühlings lagen im Nordosten: In der Uckermark, dem Oderbruch und dem Thüringer Becken wurden örtlich weniger als 40 l/m² gemessen.

Frühling 2022 war drittsonnigster Frühling seit Messbeginn

Das Frühjahr 2022 brachte 675 Stunden Sonnenschein. Damit übertrifft die Sonnenscheindauer ihr Soll von 467 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 45 Prozent. Zieht man die Periode von 1991 bis 2020 zum Vergleich heran, liegt die positive Abweichung sogar bei 29 Prozent. Nach dem Frühjahr 2020 mit 709 und dem Frühjahr 2011 mit 705 Sonnenstunden war der diesjährige Frühling der drittsonnigste seit Messbeginn 1951.

Am längsten zeigte sich die Sonne auf der Ostseeinsel Rügen – mit mehr als 830 Stunden. Im Allgäu und den zentralen und östlichen Mittelgebirgen schien die Sonne mit knapp 575 Stunden am wenigsten.

Mit Material von Deutscher Wetterdienst

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