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Wirtschaft

Agravis übernimmt Biogasanlage Dorsten

AgE
am
04.03.2014

Münster - Die Agravis Raiffeisen AG hat den Zuschlag für die insolvente Biogasanlage Dorsten erhalten. Betrieben wird die Anlage künftig mit einem Substratmix von 80 Prozent organischem Wirtschaftsdünger.

Die Agravis Raiffeisen AG übernimmt die Biogasanlage Dorsten, deren bisheriger Betreiber vor wenigen Monaten Insolvenz angemeldet hatte. In einem Bieterverfahren gab der Insolvenzverwalter vergangene Woche dem Konzern mit Sitz in Münster den Zuschlag für die Anlage, die eine Leistung von maximal 6,2 Megawatt (MW) hat.
 
Um der Landwirtschaft in der Region eine Lösung für das immer drängendere Problem der angespannten Nährstoffbilanzen anbieten zu können, will die Agravis die Biogasanlage künftig für die Nährstoffverwertung nutzten. Dazu wurde die ODAS GmbH & Co. KG als Partner gewonnen. Das Service- und Dienstleistungsunternehmen hat sich laut Agravis im Bereich Wirtschaftsdünger einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird die Anlage künftig betreiben.

Substratmix: 80 Prozent organischer Wirtschaftsdünger

Konkret sieht das Agravis-Konzept vor, als Zielmarke mit einem Substratmix von mindestens 80 Prozent organischen Wirtschaftsdüngern - unter anderem in Form von Gülle und Mist - sowie einem entsprechend geringen Anteil von Energiepflanzen die Anlage auf einer Leistung von etwa 3,5 MW zu fahren. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung der Anlage dürfte die Region damit um nennenswerte Mengen an Mais und Gülle entlastet werden.

Erste Nährstoffanlage in dieser Größe

"Eine Nährstoffanlage in diesen Dimensionen gibt es bisher nicht", erklärte der Generalbevollmächtigte der Agravis, Ludger Leifker. Mit dem Biogas-Know-how der Agravis-Tochtergesellschaft Terravis und den Erfahrungen, über die ODAS bei der Nutzung von Wirtschaftsdüngern verfüge, sei man in der Lage, die gesamte Prozesskette zu bedienen. Auch die Nutzung der Gärreste in aufnehmenden Ackerbauregionen werde sichergestellt.
 
"Wir werden mit den Erfahrungen, die wir in Dorsten sammeln, künftig auch andere Anlagenbetreiber bei der Umstellung auf eine erhöhte Nährstoffnutzung unterstützen können", zeigte sich Leifker überzeugt. Dieses künftige Aufgabenfeld habe eine starke Beratungs- und Dienstleistungsfunktion im Fokus. 

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