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Wirtschaft

Agritechnica: Schau der Superlative

Externer Autor
am
11.11.2013

Zwei Exclusivtage sind vorbei, morgen öffnet die Agritechnica für alle Besucher. Die DLG blickt mit Optimismus auf die kommenden Tage und vermeldet eine Rekordbeteiligung internationaler Aussteller.

 
Rund 2.900 Aussteller aus 47 Ländern sind auf die Agritechnica gekommen, um sich dem Publikum zu präsentieren. Somit wurde eine neuer Anmelderekord aufgestellt, wie Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft e.V. (DLG), verkündete.
 
Aus fast allen Ländern seien Zuwächse zu verzeichnen. Er wertete dies als klares Zeichen, dass die internationalen Hersteller die Agritechnica immer mehr als Zugang zu den weltweiten Märkten nutzen wollen.

Herausforderungen der Zukunft

Grandke nannte in seiner Rede auch die zukünftigen Anforderungen an die Landwirtschaft: "Im Jahr 2050 sollen rund neun Milliarden Menschen ernährt werden. Zugleich steigt der Bedarf an agrarischen Rohstoffen für die Energieerzeugung. Dies sind große Herausforderungen, denen sich die Landwirte stellen müssen." Geschehen müsse diese Entwicklung allerdings mit Hilfe innovativer Technik unter Schonung von Ressourcen, so Grandke.

Gute Perspektiven

Mittel- und langfristig werden der Landwirtschaft sehr gute Perspektiven prognostiziert. "Darauf setzen sowohl die Landtechnikhersteller als auch die Landwirte," meinte Grandke und erwähnte eine damit einhergehende erhöhte Investitionsbereitschaft sowie einen großen Informationsbedarf bei Landwirten aus dem In- und Ausland.
 
Auf der Agritechnica, die als wichtigste Plattform zur Einführung neuer Maschinen und Geräte gilt, werden nun hohe Besucherzahlen erwartet. Auch die Hersteller präsentieren zahlreiche innovative Entwicklungen. Fast 400 Neuheiten wurden von den Ausstellern bei der DLG angemeldet.

Deutsche Agrartechnikindustrie an Spitzenposition

Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA Landtechnik, bestätigte ebenso die positiven Aussichten der deutschen Landtechnikindustrie: "Die Stimmung in unserer Branche könnte nicht besser sein. Schließlich kann die deutsche Agrartechnikindustrie ihre weltweite Spitzenposition auch in diesem Jahr mit Abstand behaupten." Der Erfolg jedoch sei keineswegs ein Selbstläufer, sondern beruhe auf Qualität, Effizienz und Innovation.

Kritik an Russland

Scherer fand sehr kritische Worte für das Vorgehen Russlands, das als drittgrößter Exportmarkt von entscheidender Bedeutung ist. Die Einfuhrquoten seien ein "offener Affront", mit dem die Grenzen des Erträglichen nun erreicht seien: "Wer mit Einfuhrquoten operiert, scheut bewusst den Wettbewerb. Für ein Land, das sich den WTO-Verträgen unterworfen hat, ist das natürlich ein klarer Regelverstoß, der letztlich vor allem den Landwirten und damit der heimischen Volkswirtschaft schadet."

Ziele und Entwicklungen

Als klare Ziele definierten Grandke und Scherer die Entwicklungen auf dem europäischen Markt. Man müsse das hohe Niveau beibehalten und gerade in Europa immer spezialisierter agieren. Ein zweiter Fokus müsse jedoch auch auf Schwellenländern, wie Asien oder Afrika, liegen. Hier reiche eine bloße Technisierung nicht aus, sondern intensive Know-how-Offensiven seien erforderlich. Auf der Agritechnica 2013 trägt man in einer Veranstaltungsreihe diesem Thema bereits Rechnung.
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