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Politik national

Aigner: Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarwende

von , am
28.03.2011

Berlin - Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner will Landwirte nicht als "rein auf Rendite blickende Finanzinvestoren" sehen. Stattdessen setze sie auf bäuerliche Landwirtschaft.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner  hat ihre Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Landwirtschaft skizziert. Sie setze auf eine "bäuerliche Landwirtschaft, geführt von Landwirten, die sich als Unternehmer verstehen und dem Wettbewerb stellen", heißt es in einem Beitrag der Ministerin mit dem Titel "Moderne Landwirtschaft - nachhaltig und verbraucherorientiert", mit dem sie ihre Initiative für eine "Charta für Landwirtschaft und Verbraucher" untermauert. Der Ministerin zufolge soll nicht der "rein auf Rendite blickende Finanzinvestor" das Bild auf den Äckern bestimmen. Gefragt sei vielmehr der Landwirt, "der sich seiner Heimat und dem Eigentum verpflichtet fühlt".

Aigner: Setze auf 'Vielfalt an Formen nachhaltiger Landwirtschaft'

Aigner: "Wir brauchen keine Agrarwende zurück ins vorige Jahrhundert, sondern eine vorausschauende, verantwortungsvolle, verbraucherbezogene, aber auch wettbewerbsfähige Landwirtschaft." Deren größte Herausforderung sieht die Ministerin in der Produktion von Lebensmitteln für eine stetig wachsende Bevölkerung. Diese Lebensmittel müssten sicher und qualitativ hochwertig, nachhaltig und ethisch vertretbar erzeugt werden und zugleich bezahlbar sein. Sie setze dabei nicht auf "Schwarz-Weiß-Lösungen", sondern auf eine "Vielfalt an Formen nachhaltiger Landwirtschaft", so die CSU-Politikerin.

GAP stärker auf Umweltziele ausrichten

Ausdrücklich bekennt sich die Ministerin zu dem Vorhaben der EU-Kommission, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bei der anstehenden Reform stärker auf Umweltziele auszurichten. Auf nationaler Ebene gehe es darum, die Agrarwirtschaft zukunftsfest zu machen. Die Voraussetzung dafür sieht Aigner in einer effizienten und nachhaltigen Produktion, die die Wünsche und Bedürfnisse der Verbraucher aufgreift.
 
Dabei verweist die Ministerin darauf, dass die hohen Erwartungen der Verbraucher an die Landwirtschaft "nicht selten im Widerspruch stehen zu kostengünstigen und effizienten Produktionsmaßnahmen." Mit dem Chartaprozess will Aigner solche Widersprüche und Interessenkonflikte benennen und Lösungen aufzeigen. Landwirtschaft und Verbraucher im Dialog - das sei "der Königsweg zu einer modernen Landwirtschaftspolitik". Gegenstand der Charta sei eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Handlungsoptionen einer zukunftsorientierten Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik. Am Ende dieses Prozesses stünden politische Schlussfolgerungen.
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