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Umwelt

Aktionsplan zur Bienensterblichkeit gefordert

von , am
07.10.2010

Brüssel - Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich besorgt über die Bienengesundheit und die steigenden Bienensterblichkeit gezeigt.

Im Entwurf für einen Entschließungsantrag fordern die Agrarier die Europäische Kommission, sich aktiv für den Bienensektor vor allem nach Auslauf der nationalen Programme 2012 einzusetzen.

Dringend seien bessere statistische Daten notwendig, besonders was Ein- und Ausfuhren von Honig aus Drittstaaten angehe. Die Bienenkrankheiten sollten in die Veterinärpolitik der EU aufgenommen werden. Ein Aktionsplan zur Bekämpfung des Bienensterbens solle verabschiedet werden.

Mehr Geld für Forschung und Bildung

Zur Untersuchung der Bienensterblichkeit müsse der Forschung mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, fordern die Parlamentarier. Ebenfalls mehr finanzielle Mittel sollten für Bildung und Ausbildung der Imker bereitstehen. Dringend notwendig seien innovative und wirksame Behandlungsmethoden zur Bekämpfung der Varroamilbe. Aufgrund des möglichen Einflusses von Pestiziden auf die Entwicklung der Bienenvölker sollten auch die Auswirkungen von Pestiziden auf den gesamten Bienenstock berücksichtigt werden. Die Konsultation der Bienenzüchter durch europäische und nationale Behörden während der Ausarbeitung der Imkereiprogramme und der damit zusammenhängenden Rechtsvorschriften solle obligatorisch sein, um die Wirksamkeit und die rechtzeitige Umsetzung der Programme sicherzustellen.

Kommission plant Referenzlabor

Die Kommission betonte in ihrer Reaktion am vergangenen Mittwoch im Ausschuss, die Bienensterblichkeit als bedeutendes Problem erkannt zu haben. Die Ursachen hierfür seien komplex und noch nicht vollständig geklärt, die Auswirkungen aber schwerwiegend. In diesem Zusammenhang wies der Kommissionsvertreter darauf hin, dass ein Referenzlabor für Bienengesundheit im ersten Halbjahr 2011 seine Arbeit aufnehmen werde. In Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden Referenzlaboren für Tiergesundheit sei damit eine Überwachung der Bienensterblichkeit in Europa geplant.

Mitteilung der Kommission Ende 2010 

Bisher mangele es vor allem an Daten, um das Ausmaß des Problems begreifen zu können. Weiterhin erklärte der Kommissionsvertreter im Ausschuss, die Harmonisierung der Vorschriften zur Bienengesundheit sei bereits vorangekommen, eine Revision zu den Pestizidanforderungen bereits eingeleitet. In den laufenden Programmen zur Unterstützung des Bienensektors wird die Bekämpfung der Varroamilbe ausdrücklich unterstützt. Bis Ende dieses Jahres will die Kommission dem Parlament eine Mitteilung zur Lage der Bienengesundheit vorlegen. (AgE)

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