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Dorf und Familie

Alle Rotkäppchen? Amis belächeln Angst vor dem Wolf

ez/agrarheute
am
10.04.2015

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Viele. Das amüsiert die Amerikaner. So sehr, dass es der Wolf - und der hiesige Umgang mit ihm - bis ins Wall Street Journal geschafft hat.

Im Landkreis Vechta geht das Gerücht um einen Wolfshybriden (Wolf/Hund), der sich wolfsuntypisch verhält. © Katrin Müller
Sie haben Wölfe, sie haben Bären, sie haben Alligatoren - und nur bedingt Verständnis für den hiesigen Umgang mit dem Wolf: Amerikaner. Angesichts dessen hat es der Wolf in Deutschland bis ins Wall Street Journal geschafft.
 
"Some Germans really are afraid of the big bad Wolf" (Manche Deutsche haben wirklich Angst vor dem großen bösen Wolf), lautet der Titel des Artikels.

'Hüte dich vor dem großen bösen Wolf'

"Goldenstedt, Deutschland - Jeden Morgen packt Bianka Pille die Pause für ihre 5-jährige Tochter und schickt sie mit einer Warnung in den Kindergarten: Hüte dich vor dem großen bösen Wolf." Das ist der Einstig in Andrea Thomas Artikel im Wall Street Journal. Woran er erinnert ist klar: an Rotkäppchen. Genau dieses Märchen der Gebrüder Grimm ist der rote Faden für Andrea Thomas Text.

Es war einmal eine Zeit, in der die Kinder frei im Wald spielten ...

Thomas schreibt über die Ausrottung des Wolfs in Deutschland und darüber, wie Bevölkerung und Behörden mit dem sich wieder ansiedelnden Tier umgehen. "Die Kinder spielen mittlerweile Rollenspiele, in denen sie auf Wolfsjagd gehen und 'das Biest' erschießen", zitiert sie Sabrina Haust, Leiterin des Waldkindergartens in Goldenstedt.
  
Es war einmal eine Zeit - vor der Sichtung -, in der die Kinder vor dem Frühstück im Kindergarten frei im Wald spielten. Diese sorgenfreien Zeiten sind vorbei, schreibt die Autorin.

Wach-Esel, Rock statt Klassik und Umerziehungslager

Augenzwinkernd blickt sie auf Versuche, die Wölfe zu vergrämen: Wach-Esel, Rock und Pop (statt Klassik), um die Tiere abzuschrecken und Umerziehungslager für verhaltensauffällige Tiere. "Die Wölfe sollen lernen, dass der Mensch nicht ihr Freund ist", zitiert das Wall Street Journal Almut Kottwitz, Umwelt-Staatssekretärin in Niedersachsen.
 
Mit Kindern beginnt Andrea Thomas ihren Artikel, mit Kindern, genau genommen einem Zitat der Kindergartenleiterin schließt sie: "Ich habe nichts gegen Wölfe, solange sie auf Distanz bleiben. Aber wenn wir uns verstecken müssen ... dann dürchte ich müssen sie gehen."  

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

Wolf
Am 7. Januar 2015 begegnete einem Förster in der Nähe von Munster (Niedersachsen) ein achtköpfiges Wolfsrudel. Glücklicherweise hatte er seine Kamera dabei. © R. de Mol
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Im Juli 2014 konnte mit einer Fotofalle diese Aufnahme eines Wolfspaares im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) gemacht werden. © Landesjägerschaft Niedersachsen / Olaf Kuball
Wolf
Bei diesem Fallen-Schnappschuss handelt es sich um einen Wolf aus dem Nieskyer Rudel. Es bewohnt das Gebiet im Landkreis Niesky in der Oberlausitz (Sachsen). 2014 sollen mindestens 4 Welpen geboren worden sein. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Im Juli 2014 wurden zwei Jährlinge des Nochtener Rudels abgelichtet. Das Rudel lebt vorwiegend im Tagebaugebiet Reichwalde in der Oberlausitz. Bei sogenannten Jährlingen handelt es sich um einjährige Jungtiere. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Einsamer Wolf? Eher nicht - dieser Grauhund stammt vom dem Nochtener Rudel aus der Oberlausitz. Er tappt Ende November 2014 in die Fotofalle. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
7. März 2016: Im nördlichen Landkreis Starnberg ist letzte Woche am Montag ein Wolf fotografiert worden. Die Aufnahme stammt von einer routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera. Das Tier weist dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Das Landesamt für Umwelt soll aktuell die Aufnahme auswerten. © BLU
Wolf
Anfang Mai 2016 fotografierte ein Autofahrer diesen Wolf. Es ist der erste Bildnachweis aus Baden-Württemberg. Der Grauhund wanderte auf der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alp. © privat
Wolf
April 2016: Bei der Kontrolle einer Wildtier-Kamera im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen) wurde dieses Foto entdeckt. Die Aufnahme vom 17. April zeigt eindeutig einen Wolf: das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf. © NPVBW
Wolf
Juli 2016: Im Raum Göhrde, Landkreis Lüchow-Dannenberg, konnte das neunte Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2015 war dort ein territoriales Paar bestätigt, nun gelang mittels Fotos der Nachweis von mindestens sechs Wolfswelpen. © Gerhard Stark/LJN
Wolfswelpen
September 2016: In der Ueckermünder Heide tappten diese drei Wolfswelpen in die Fotofalle. © Bundesforstbetrieb BImA/Jüttner
4 Wolfswelpen
August 2016: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide nahm eine Fotofalle diesen Schnappschuss mit 4 Welpen auf. © BFB/Trave/BImA/N. Stier
Wolf mit Waschbär
Dezember 2016: Ein Spaziergänger fotografierte diesen Wolf mit Waschbär-Beute im Maul am Waldrand von Afferde bei Hameln. © Thomas Fietzek
Wölfe
Januar 2017: In der Kalißer Heide tappten diese fünf Wölfe in eine Fotofalle. Die Aufnahme bestätigt nun offiziell die Existenz eines weiteren Wolfsrudels in Mecklenburg-Vorpommern. © Forstamt Kaliß
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