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Dorf und Familie

Almbegehung: Aigner und Heidl machen sich für Bergbauern stark

pd
am
02.08.2012

Kreuth - Für Bergbauern ist es besonders schwierig, ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften. Deswegen sind sie auch nach 2013 auf Brüsseler Hilfen angewiesen.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, drängt darauf, dass Bergbauern auch nach der GAP-Reform ausreichend unterstützt werden. © BBV
"Die harte, aber wertvolle Arbeit unserer Bergbauern erhält die Berg-Kulturlandschaft und trägt zur Attraktivität Bayerns als Reiseziel bei", erklärte Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, bei der Hauptalmbegehung.
 
Da allein die Erzeugerpreise für Fleisch und Milch vielen Bergbauern kein ausreichendes Einkommen ermöglichten, müssten sie auch in Zukunft durch eine starke Agrarpolitik in München, Berlin und Brüssel unterstützt werden. Dem stimmte auch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner zu: "Die Bergbauern arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Umso wichtiger ist es, dass sie auch weiterhin gezielte Unterstützung erhalten", sage Aigner.

Heidl: Aktiven Landwirt besser definieren

In den nächsten Monaten werden die Weichen für die europäische Agrarpolitik von 2014 bis 2020 gestellt. Entscheidend sei, so Heidl, welchen Finanzrahmen die Staats- und Regierungschefs Ende des Jahres für die gemeinsame Agrarpolitik setzen.
 
Mit Blick auf Nebenerwerbslandwirte oder Urlaubsbauernhöfe dränge der Bauernverband außerdem auf eine bessere Regelung bei der Definition des "aktiven Landwirtes". "So eine schwammige Regelung lässt vor allem mehr Bürokratie befürchten", erklärte Heidl und forderte stattdessen ein einfacheres Vorgehen mit Hilfe einer Negativliste. 

Aigner: Bergprodukte besser kennzeichnen

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner setzt auf eine bessere Kennzeichnung von Bergprodukten. © BMELV
Aigner sprach sich für den Schutz von Bergprodukten und eine intelligente gemeinsame Vermarktung aus, um die Wertschöpfung in den Alpenregionen zu stärken. Derzeit prüft die EU-Kommission eine besondere Kennzeichnung von Produkten aus Berggebieten. Deutschland setzt sich dabei für eine klare Abgrenzung ein. Eine mögliche Ergänzung für eindeutigere Kriterien in der Vermarktung könnte auch das Regionalfenster sein, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium in einem deutschen Modellvorhaben erprobt wird.
 
Die Berglandwirtschaft zu stärken ist Teil der Oberammergauer Erklärung, die im vergangenen Jahr verabschiedet wurde.  "Wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit die Bergregionen lebendig und lebenswert bleiben und die Gesellschaft auch in Zukunft die Berglandschaft in ihrer jetzigen Form genießen kann", sagte Aigner.  

Berggebietskonferenz: Bergbauern gemeinsam stärken (April 2011)

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