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Umwelt

Altmaier: CO2-Emissionen steigen wieder

von , am
21.02.2013

Berlin - Die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen sind nach Einschätzung von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im vergangenen Jahr wieder gestiegen.

Bundesumweltminister Altmaier sorgt sich zudem um den steigenden Kohleanteil bei der deutschen Stromerzeugung. "Darauf deuten die vorläufigen Zahlen hin", sagte Altmaier. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Fachkreisen erfuhr, deutet sich für 2012 ein Anstieg der Treibhausgasemissionen um rund 1,5 Prozent an.
 
Als Grund wird unter anderem der recht strenge Winter genannt - dadurch hätten die Bürger vor einem Jahr deutlich mehr geheizt und Öfen befeuert. Allein der Kohlendioxid-Ausstoß kann 2012 um bis zu zwei Prozent gestiegen sein - endgültige Zahlen liegen aber wegen der Komplexität der Erfassung erst in knapp einem Jahr vor.

Minister sorgt sich um CO2-Anstieg

Der Inventarbericht zum Jahresausstoß 2011 wurde erst im Januar an die EU-Kommission in Brüssel übermittelt., dass in deutschen Kraftwerken wieder mehr Braun- und Steinkohle zur Stromerzeugung eingesetzt worden sei. Das sei auch eine Folge des niedrigen Kohlepreises. "Das kann uns nicht gleichgültig sein, weil es die Erfüllung unserer Klimaziele gefährdet", sagte der CDU-Politiker. Zwar hat Ökostrom inzwischen einen Anteil von rund 25 Prozent beim Strom - aber durch die Kohleverbrennung werden die positiven Effekte durch den Ausbau erneuerbarer Energien wieder etwas gemildert.

Erfüllung der Klimaziele gefährdet?

Trotz des schrittweisen Atomausstiegs und eines weiter hohen Kohlestromanteils waren die Treibhausgas-Ausstöße in Deutschland 2011 um 2,9 Prozent zurückgegangen. Seit 1990 wurden die klimaschädlichen Emissionen in Deutschland bereits um fast 27 Prozent gemindert - und damit die Minderungspflichten des Kyoto-Protokolls klar erfüllt. Auch bei einem kleineren Anstieg 2012 sind diese Ziele nicht gefährdet, aber das deutsche Klimaschutzziel von rund 40 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2020 dürfte schwieriger zu schaffen sein. Für die Ermittlung der Emissionen ist das Umweltbundesamt zuständig.

Politisches Tauziehen um CO2-Preis

Altmaier pocht auf eine Verknappung der CO2-Verschmutzungsrechte im EU-Emissionshandel, damit es wieder mehr Anreize gibt, den CO2-Ausstoß zu mindern. Der Vorschlag von EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard sieht vor, 900 Millionen Zertifikate zurückzuhalten, damit der CO2-Preis wieder steigt. Doch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist aus Sorge vor Belastungen für die Industrie bisher dagegen. Bis März soll auf EU-Ebene eine Entscheidung fallen, bis dahin muss sich die Bundesregierung einigen und eine gemeinsame Position finden. Beim Emissionshandel müssen Unternehmen für insgesamt 11.000 Produktionsstätten Ausstoßrechte für jede Tonne CO2 nachweisen. Zuletzt waren teils nur noch unter 5 Euro pro ausgestoßener Tonne CO2 zu zahlen; früher waren es knapp 30 Euro gewesen.

Die Renaissance der Kohle

Derzeit verschärft sich mangels Betriebsstunden die Lage für klimafreundlichere, aber teurere Gaskraftwerke durch die "Kohle-Renaissance". Diese sollen bis 2022 eigentlich die neun noch laufenden Atomkraftwerke ersetzen, bei der jetzigen Lage könnten entsprechende Investitionen ausbleiben. Daher pocht auch der Energiekonzern Eon wegen vieler Gaskraftwerke auf eine Verknappung der Zertifikate, während RWE mit einem hohen Braunkohleanteil eher Nutznießer des aktuellen Preisverfalls ist.
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