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Dorf und Familie

Anbindehaltung: Tierschutzverein droht mit Strafanzeige

pd
am
20.02.2015

Wieder droht ein Tierschutzverein Landwirten mit einer Strafanzeige. Diesmal geht es um die Anbindehaltung im Allgäu. Der Verein fordert die Milchviehhalter auf, innerhalb einer Frist die Haltungsform zu ändern.

Der deutsche Tierschutzverein 'Animals‘ Angels' hat Milchviehhaltern aus dem Unterallgäu, deren Tiere in Anbindehaltung stehen, mit einer Strafanzeige gedroht, berichtet der Bayerische Bauernverband. Die betroffenen Betriebe wurden dabei aufgefordert, innerhalb einer Frist Rückmeldung bezüglich ihrer Pläne zu einer gesetzeskonformen Umgestaltung ihrer Rinderhaltung zu geben, andernfalls werde Strafanzeige gestellt. Allerdings gibt es hierfür keinerlei Rechtsgrundlage.
 
 
"Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist zunächst richtigzustellen, dass im Bereich der konventionellen Landwirtschaft die Anbindehaltung von Rindern - nicht von Kälbern - grundsätzlich zulässig ist", schreibt BBV-Generalsekretär Hans Müller in einem Brief an die Organisation.

BBV sieht Tatbestand der Nötigung

Der Bayerische Bauernverband geht davon aus, dass die Tierschützer ohne Zustimmung der Betriebsleiter deren Betriebsgelände bzw. -gebäude unbefugt betreten haben. Darüber hinaus, so der BBV sei durch das Drohen mit einer Strafanzeige der Tatbestand der versuchten Nötigung erfüllt. "Wir fordern Sie daher auf, es künftig zu unterlassen, derartige Schreiben an unsere Mitgliedsbetriebe zu richten oder ohne Zustimmung der Betriebsinhaber deren Betriebs- bzw. Stallgebäude zu betreten", so Müller. Gleichzeitig signalisierte der Verband Gesprächsbereitschaft: "Wir sind gerne bereit, Ihnen zu Fragen über die tiergerechte Haltung von Rindern Rede und Antwort zu stehen, können aber nicht akzeptieren, dass unsere Landwirte infolge Ihrer mangelnden Rechtskenntnisse kriminalisiert und so angegangen werden."
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