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Ernährung und Gesundheit

Antibiotika: Große Wissenslücken in der Bevölkerung

pd/af
am
03.06.2015

Nur jeder Vierte weiß, dass ausschließlich Bakterien gegen ein Antibiotikum resistent werden können. Eine Unfrage deckt die Wissenslücken der Bevölkerung auf. Ein neues Projekt will aufklären.

Antibiotika und Antibiotikaresistenzen sind mittlerweile Themen, die in der Bevölkerung hitzig diskutiert werden. Allerdings scheinen nicht alle zu wissen, wie Resistenzen eigentlich entstehen. In einer jetzt vorgestellten repräsentativen Befragung von TNS Emnid im Rahmen des Projektes RAI gaben 70 Prozent der Teilnehmer an, dass ihnen das Thema Antibiotikaresistenzen wichtig bis sehr wichtig ist. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass es enorme Wissenslücken gibt.

Hätten Sie es gewusst?

Auf die Frage, wer oder was gegen ein Antibiotikum resistent werden kann, antworteten  37 Prozent der über 1.000 befragten Erwachsenen mit "Viren und Bakterien" und weitere 20 Prozent mit "Menschen". Die korrekte Antwort - ausschließlich Bakterien - wusste nur jeder Vierte. Vielen Menschen fehlt das grundsätzliche Wissen über die Resistenzentwicklung von Bakterien: So meinten 58 Prozent der Befragten, dass ihr eigenes Verhalten im Umgang mit Antibiotika keinerlei Einfluss auf die allgemeine Entwicklung von Antibiotikaresistenzen hat. Ein Irrtum mit Folgen. Denn wenn die Medikamente nicht genau so eingenommen werden, wie vom Arzt verordnet, fördert das die Bildung von resistenten Bakterien. Gleiches gilt, wenn Antibiotikareste über den Hausmüll oder die Toilette entsorgt werden - und nicht an den vorgesehenen Sammelstellen oder in der Apotheke.

Modellprojekt RAI holt alle in ein Boot

Das Modellprojekt RAI hat den Anspruch, erstmalig sektorenübergreifend Informations- und Kommunikationsstrategien zum maßvollen, vernünftigen Einsatz von Antibiotika zu entwickelt und anzuwenden. Zu diesem Zweck haben sich Mediziner und Kommunikationsexperten zusammengeschlossen. Auf Seite der Verordner von Antibiotika sind das Hausärzte, Tierärzte, Chirurgen und Intensivmediziner, bei den Nicht-Verordnenden Landwirte in schweinehaltenden Betrieben, ambulante Patienten, Fernreisende und ganz generell die Allgemeinbevölkerung im Sinne von potenziellen Patienten.
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