Login
Ernährung und Gesundheit

Antibiotikaeinsatz auf ein Minimum reduzieren

von am
23.12.2010

Berlin - Um eine Zunahme von Resistenzen bestimmter Erreger bei Mensch und Tier zu verhindern, sollte der Antibiotikaeinsatz nach Auffassung des Bundesamtes für Risikoforschung (BfR) auf das unbedingt notwendige Maß begrenzt werden.

© fotolia

Wie das BfR weiter berichtete, ist die Überwachung der Resistenzentwicklung bei Krankheitserregern und bei Bakterien der Darmflora Voraussetzung für die Risikobewertung von Antibiotikaresistenzen. Ein repräsentatives Monitoring verschiedener Erreger aus dem Jahr 2009 habe die bereits für den Zeitraum von 2000 bis 2008 in einer ersten Studie beschriebenen Resistenzraten bei Salmonellen bestätigt.Zudem habe es gezeigt, dass die Resistenzraten auch bei anderen Bakterien von Tieren und aus Lebensmitteln nachzuweisen seien.

Widerstandsfähigkeiten gegen das Antibiotikum Fluorochinolone seien dabei insbesondere bei Salmonellen und Escherichia36 coli-Bakterien des Hähnchens, aber auch bei Campylobacterbakterien des Hähnchens und des Mastkalbes bei bis zu zwei Drittel der Isolate in einer zweiten Untersuchung nachgewiesen worden.

BfR-Studie zurResistenz-Situation

Resistenzen gegenüber Cephalosporinenantibiotika der dritten Generation seien in mehr als fünf Prozent der Escherichia-coli- Isolate des Masthähnchens festgestellt worden; vereinzelt seien sie ebenso bei Isolaten des Mastkalbes belegt worden, so das BfR. In beiden jetzt veröffentlichten Studien werde die Resistenzsituation auf den verschiedenen Stufen der Lebensmittelkette analysiert.

Hohe Resistenzen bei Nutztieren

Die vergleichbaren Widerstandsmuster der Isolate von Tieren und aus deren Fleisch unterstrichen die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger bei der Fleischgewinnung auf dieses gelangen könnten. Mit dem Fleisch gerieten die resistenten Keime wiederum möglicherweise zu den Verbrauchern. Diese könnten einer Infektion mit den üblichen Küchenhygienemaßnahmen vorbeugen. "Resistenzen bei Krankheitserregern in Tieren und auf Lebensmitteln sind ein gravierendes Problem im gesundheitlichen Verbraucherschutz", betonte BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel.

Antibiotika-Resistenzstrategie 

Infektionen mit resistenten Erregern könnten beim Menschen den Verlauf von Erkrankungen verlängern und erschweren, Krankenhausaufenthalte erforderlich machen und in bestimmten Fällen lebensbedrohlich werden, so Hensel. Die Überwachung und Maßnahmen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren und in der Lebensmittelkette sind Bestandteil der "Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie" (DART) der Bundesregierung (AgE)

Auch interessant