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Umwelt

Appell an Baumärkte: Glyphosat soll aus dem Sortiment

von , am
07.05.2015

Vertreter der Fraktion Bündnis90/Die Grünen fordern die größten Baumärkte auf, glyphosathaltige Mittel aus dem Sortiment zu nehmen. Ziel ist es, die Verwendung von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich einzuschränken.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen und Harald Ebner, Pestizid- und Glyphosat-Experte der Grünen im Bundestag, haben einen Offenen Brief an die bundesweit größten Baumärkte geschrieben - mit dem Appell, das laut WHO-Experten "wahrscheinlich krebserregende" Glyphosat aus dem Sortiment zu nehmen. Der Brief ging an OBI, Bauhaus, Hornbach, Toom, Hellweg und Hagebau. 


811 Tonnen glyphosathaltige Mittel an Privatanwender

In dem offenen Brief wird darauf hingewiesen, dass seit einem Monat für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat eine neue Alarmstufe gelte. Es wurde von den Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "wahrscheinlich krebserregend für Menschen" eingestuft, heißt es weiter. Trotzdem seien glyphosathaltige Mittel in Baumärkten und Gartencentern bundesweit erhältlich. Allein im Jahr 2012 würden in Deutschland 811 Tonnen davon an Privatanwender verkauft. 51 glyphosathaltige Mittel seien für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen - viele davon würden auch bei Baumärkte über den Tresen gehen. 

Verbot für den Haus- und Kleingartenbereich

"Die kurze Kundenberatung beim Verkauf, wie sie gesetzlich vorgeschrieben ist, genügt einfach nicht, um Laien das nötige Fachwissen zu vermitteln, mit diesem Pflanzengift zu hantieren. Das haben Berichte in Verbrauchermagazinen gezeigt. Glyphosat wird häufig falsch angewendet. Erhebliche Teile des Giftes können durch Fehl- Anwendungen bei Regen in Flüsse und Seen gelangen. Noch gefährlicher ist, dass auf mit Glyphosat gespritzten Flächen Kinder und andere nichtsahnende Personen sehr leicht mit dem Gift in Kontakt kommen können. Aus diesen Gründen hat sich der Bundesrat bereits im November 2013 für ein Verbot glyphosathaltiger Herbizide für den Haus- und Kleingartenbereich ausgesprochen, das aber von der Bundesregierung bis heute nicht umgesetzt wurde - trotz der neuen Erkenntnisse", heißt es in dem offenen Brief.

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