Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ernte bedroht

Arabische Halbinsel: Heuschrecken fressen Felder leer

Heuschreckenschwarm
am Montag, 25.02.2019 - 05:00

Auf der arabischen Halbinsel fressen Heuschreckenschwärme die Felder leer. Die UNO spricht von der größten Heuschreckenplage seit langem. Der Region droht eine Hungersnot.

Vertreter der Vereinten Nationen und der Länder der arabischen Halbinsel treffen sich dieser Woche, um eine Strategie gegen den drohenden Ernteverlust durch riesige Heuschreckenschwärme zu entwickeln.

Die Insekten kommen zu Millionen und Abermillionen aus Afrika übers Rote Meer. Alle paar Jahre kommt es zu einer enormen Vermehrung der Tiere und infolge dessen zu einer Heuschreckenplage, die ganze Regionen mit leergefressenen Feldern hinterlässt.

Schwärme suchen Nahrung

Die gegenwärtigen Heuschreckenmassen sind ergiebigen Regenfällen in Eritrea und dem Sudan zu verdanken. Die sprießende Vegetation hat den Insekten so viel Futter geboten, dass es bereits zwei Paarungszyklen in diesem Jahr gab.

Seitdem ziehen die Schwärme nach Norden Richtung Ägypten und nach Nordosten übers Rote Meer - immer auf der Suche nach Nahrung. Mittlerweile sind Saudi-Arabien und der Süden Irans stark betroffen.

Auch in normalen Jahren sind Heuschrecken eine ernsthafte Bedrohung für die Bewohner betroffener Regionen. In diesem Jahr jedoch schlägt die UNO Alarm: Eine Plage dieses Ausmaßes gab es seit langer Zeit nicht mehr.

Gefahr droht bis nach Indien und Pakistan

Die Welternährungsorganisation (FAO) befürchtet, dass in den nächsten Monaten nicht nur die Länder der arabischen Halbinsel, sondern auch die dichtbesiedelten Staaten Indien und Pakistan betroffen sein könnten.

Um die weitere Ausbreitung der Heuschrecken und damit drohende Hungerkatastrophen zu verhindern, wurden bislang bereits 30.000 ha mit Insektiziden behandelt. Der enormen Anzahl der Tiere werden diese Maßnahmen dennoch kaum Herr. Und sollte es in den nächsten Wochen erneut in Eritrea und dem Sudan regnen, dürfte weitere Fressschwärme folgen.

Winzige Fressmaschinen in unglaublicher Anzahl

Heuschrecken sind klein, aber ihre schiere Masse macht sie zur Bedrohung. Eine Wüstenheuschrecke nimmt am Tag zwar nur etwa zwei Gramm Nahrung auf. Mit einem Schwarm können jedoch Hunderte Millionen Tiere unterwegs sein.

Heuschrecken reisen mit dem Wind. So können sie am Tag bis zu 150 km zurücklegen.

Eine einzelne Heuschrecke lebt nur rund fünf Monate. Wenn es jedoch gut regnet, vermehren sich die Insekten geradezu explosionsartig: Ein Weibchen legt dann bis zu 300 Eier.

Die letzte schwere Heuschreckeninvasion fand vor etwa 15 Jahren statt. Betroffen waren vor allem Nordwest- und Zentralafrika. Die damaligen Ernteausfälle wurden auf etwa 2,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.