Login
Dorf und Familie

ARD-Doku über 'Fleisch-Mafia': Zeuge wurde angegriffen

Thumbnail
Anke Fritz, agrarheute
am
17.08.2015

In einer Reportage der ARD über die "Fleisch-Mafia" spielen Zeugen den Journalisten hilfreiche Dokumente zu. Eine anonymer Zeuge ist jetzt Opfer eines bewaffneten Angriffs geworden. agrarheute.com hat nachgefragt.

Bereits Anfang Juli strahlte die ARD eine Reportage über die "Fleisch-Mafia" aus. Die Reporter wollen mit diesem Beitrag auf ein System der Ausbeutung in deutschen Schlachthöfen aufmerksam machen. Im Fokus stehen diejenigen, die an den Billiglöhnen in der Schlachtbranche verdienen, erklären die Reporter in dem Beitrag.
 
In der Dokumentation auf ARD ist das die Firma ACO und das entsprechende Firmengeflecht. Sechs bis siebentausend Menschen soll die Firma in Schlachthöfe für billige Löhne vermitteln. Mit versteckter Kamera tarnen sich die Reporter als Auftraggeber aus der Fleischindustrie und recherchieren weiter.
 
Informanten suchen und finden die Journalisten in ganz Deutschland, allerdings wollte sich aus Angst keiner äußern, heißt es in dem Beitrag der ARD. Verträge, Rechnungen und Kontoausszüge werden den Reportern dennoch zugespielt. Ein ehemaliger Geschäftsführer einer Firma aus diesem Geflecht gibt anonym Auskunft vor der Kamera. "In diesem Laden ist alles illegal", so seine Aussage gegenüber dem Kamerateam. Eine Aussage, die ihm jetzt gefährlich werden könnte.

Die Staatsanwaltschaft ist informiert

Wie der Focus auf seiner Internetseite berichtet, wurde der besagte Zeuge nun offenbar zum Opfer. Auch die Bild berichtet über ein msyteriöses Attentat. Da das Verfahren im Zusammenhang mit der illegalen Beschäftigung derzeit bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf liegt, hat agrarheute.com dort nachgefragt. Der Pressedezernent für Wirtschaftsstrafsachen bestätigte uns, von einem Sachverhalt Kenntnis zu haben, indem der Zeuge angegriffen worden sei. Dieses Verfahren liege aber nicht bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, sondern bei der zuständigen Polizeidienststelle in Warendorf.
 

Polizei hält sich bedeckt

Recherchen im Internet deuten darauf hin, dass es sich bei einem Polizeibericht der Dienststelle Warendorf um den besagten Angriff handeln könnte. Allerdings bestätigte die Pressesprecherin der Polizeidienststelle auf Anfrage von agrarheute.com den Verdacht, dass es sich dabei um den besagten Zeugen der TV-Doku handeln könnte, nicht. "Dazu kann die Polizei keine Aussagen machen", erklärt die Pressestelle.

Polizeibericht:

Wie die Polizei Warendorf in einem Polizeibericht schreibt, ereignete sich am Donnerstag, 13.8.2015, gegen 13.55 Uhr, ein Verkehrsunfall auf der St.-Viter-Straße in Stromberg, bei dem ein 38-jähriger Fahrer eines Ford Mondeos verletzt wurde. Nach Angaben des Geschädigten befuhr er die St-Viter-Straße in Richtung Stromberg, als sich ein schwarzes Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit von hinten näherte. Dabei fuhr der Fahrer des unbekannten Fahrzeugs dicht auf, überholte ihn in einer Kurve und schnitt seine Fahrspur. Währenddessen habe der maskierte und dunkel gekleidete Beifahrer eine Waffe aus dem Auto auf den Beckumer gerichtet. Ein Schuss sei nicht abgegeben worden. Der durch die Drohung geschockte Fahrer kam daraufhin von der Fahrbahn ab und landete im Graben, berichtet die Polizei. Der Fahrer des schwarzen Fahrzeugs flüchtete, ohne dass hilfreiche Erkenntnisse zu dem benutzten Fahrzeug, möglicherweise einem Kombi, gewonnen werden konnten.
Auch interessant