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Politik international

Asien muss mehr Geld in die Landwirtschaft investieren

von , am
09.07.2010

Manila - Asien und die Pazifikregion müssen in den nächsten 40 Jahren jedes Jahr zusätzlich 40 Milliarden US-Dollar (31,8 Milliarden Euro) in die Agrarbranche stecken, um Hungerkatastrophen und dramatischen Preisanstiegen vorzubeugen.

© sebastienphoto/fotolia

Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) erklärten, die Investitionen müssten um 50 Prozent von jährlich 80 auf 120 Milliarden US-Dollar (63,7 auf 95,5 Milliarden Euro) steigen. Ihren Prognosen zufolge wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von heute 6,5 Milliarden auf 9,1 Milliarden Menschen anwachsen. Die zusätzlichen Gelder müssten aus privaten und öffentlichen Mitteln finanziert werden, hieß es.

Die ADB stelle pro Jahr zwei Milliarden US-Dollar aus ihrem Programm zur Ernährungssicherung bereit, sagte Haruhiko Kuroda, der Präsident der Bank. Damit solle vor allem die landwirtschaftliche Produktivität, Agrarforschung und eine bessere Verteilung der Nahrungsmittel gefördert werden. Von den weltweit eine Milliarde Menschen, deren Ernährung nicht gesichert sei, lebten zwei Drittel in der asiatisch-pazifischen Region, sagte Jacques Diouf, Generaldirektor der FAO.

Zahl der Hungernden steigt

Von 2008 auf 2009 sei allein in diesem Gebiet die Zahl der hungernden Menschen um 60 Millionen auf 642 Millionen gestiegen. "Das schiere Ausmaß der Ernährungsunsicherheit ist das Ergebnis der Vernachlässigung der Agrarhilfe in der Entwicklungshilfepolitik. Das zeigt sich allein daran, dass der Anteil der Mittel für Landwirtschaftshilfe von 19 Prozent in den 80er-Jahren auf heute etwa fünf Prozent gefallen ist", sagte Diouf in einer Videoansprache. (aiz)

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