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Ernährung und Gesundheit

ASP: Kampagne an Autobahnraststätten

pd
am
01.03.2014

Berlin - Bereits ein Wurstbrötchen könnte ausreichen, um die Afrikanische Schweinepest zu übertragen. Deswegen appeliert das BMEL: "Speisereste nicht achtlos wegwerfen."

Nachdem in den zurückliegenden Wochen die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals bei Wildschweinen im südlichen Teil Litauens sowie Anfang Februar im nordöstlichen Teil Polens festgestellt wurde, beobachten die deutschen Behörden die Situation sehr aufmerksam.
 
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt appelliert an die Bevölkerung, Tierhalter und die Jägerschaft: "Auch wenn derzeit keine Hinweise vorliegen, dass sich die ASP weiter nach Westen ausbreitet, sind umfassende Vorsorgemaßnahmen auf verschiedenen Ebenen erforderlich. Alle sind aufgerufen, sich mit den Tücken der Schweinepest vertraut zu machen und durch vorsorgendes Verhalten ihren Teil dazu beizutragen, eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa zu verhindern."

Warnhinweise ab kommender Woche

Zu diesem Zweck startet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in der kommenden Woche eine Aufklärungskampagne an Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen. Handzettel mit Informationen zur ASP in deutscher, polnischer, rumänischer und russischer Sprache sollen nämlich aufklären und ein Einschleppen der Virusinfektion verhindern.
 
An der aktuellen Plakataktion beteiligen sich die Straßenbauverwaltungen in Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Speisereste in verschlossenen Behältern entsorgen

Reisende werden aufgefordert, Speisereste nicht achtlos zu entsorgen, sondern nur in verschlossene Müllbehälter zu werfen. Denn unter ungünstigen Bedingungen kann bereits ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Für Reisende, insbesondere auch Fernfahrer, gilt daher der dringende Hinweis, keine Lebensmittel tierischer Herkunft oder Reiseproviant aus den betroffenen Gebieten mitzubringen.

ASP-Virus haftet an Fahrzeugen

 
Bei der ASP handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die für Haus- und Wildschweine tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. Die Schweinepest wird entweder direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren übertragen. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann etwa auch über Transportfahrzeuge eingeschleppt werden.
 
Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland brächte neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich. Im Seuchenfall ist der gesamte Tierbestand zu töten. Diese enormen wirtschaftlichen Schäden für die Tierhalter würden verschärft durch großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten. Besonders kritisch wäre eine Einschleppung in den Schwarzwildbestand, weil hier die Möglichkeiten der Seuchenbekämpfung begrenzt sind. 

In unserem Themendossier zur Afrikanischen Schweinepest haben wir für Sie viele weitere Informationen gesammelt. Zum Themendossier kommen Sie hier ... 

 
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