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Umwelt

Aufreger: Bedrohung durch 'Gülle-Flut'

von , am
10.09.2015

Das ZDF hat am Dienstag Abend über die Nitratbelastung im Wasser und die 'massenhafte' Ausbringung von Gülle berichtet. Der Rheinischen Landwirtschafts-Verband kritisiert den Beitrag als einseitig und unsachlich.

Laut Frontal 21 bringen Landwirte "massenhaft Gülle auf Äcker und Wiesen". © Helmut Süß
Am 8. September hat sich der TV Sender ZDF in "Frontal 21" wieder mal der Landwirtschaft gewidmet. Diesmal ging es um die "Gülle-Flut" auf deutschen Äckern. Folgender Text steht auf der Internetseite des ZDF neben dem Video der besagten Sendung. "Jetzt, nach der Erntezeit, wird von den Landwirten wieder massenhaft Gülle auf Äcker und Wiesen ausgebracht. Doch nicht nur die Geruchsbelästigung sorgt vielerorts für Ärger. Auch das Grundwasser ist wegen der Nitratbelastung durch tierischen Dung immer stärker in Gefahr." Diese Sendung regte den Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) auf. Als unsachlich und einseitig kritisiert der Verband die Sendung.
 

RLV: Landwirt bringt 130 kg Stickstoff pro Hektar aus

Zahlreiche fehlerhafte Informationen werden nach RLV-Angaben in dem Bericht genannt. So werde nahe gelegt, der in der Sendung gezeigte Schweinestall in Viersen-Dülken sei unter Beugung des Gesetzes genehmigt worden und der Kreis habe dem Landwirt dazu verholfen. Dies ist nicht der Fall. Es liegt eine rechtmäßige Genehmigung für eine Betriebserweiterung vor, erklärt der RLV in einer Pressemitteilung. Nicht berücksichtigt wird dem RLV zur Folge dass der Landwirt in einer Wasserkooperation Mitglied sei und sich freiwillig dazu verpflichtet habe, nur 130 kg N pro ha statt der derzeit gesetzlich erlaubten 170 kg N pro ha auszubringen.
 

RLV: Team von Frontal 21 drehte ohne Genehmigung

Auch mit der Vorgehensweise der Frontal-21-Recherche ist der RLV nicht einverstanden.
So hätte der betroffene Landwirte berichtet, dass das Team von Frontal 21 vor Ort ohne Genehmigung seinen Stall mit einer Drohne von oben gefilmt, sogar privates Betriebsgrundstück betreten und dort ohne Genehmigung Aufnahmen gemacht habe. Die Darstellung, dass Landwirte "massenhaft Gülle auf Äcker und Wiesen" ausbringen, sei nicht korrekt. Dabei hielten Landwirte sich an geltende Gesetze und Verordnungen, die durch die Landwirtschaftskammer NRW kontrolliert werden.
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