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Ernährung und Gesundheit

Aufreger: DBV contra Volkswagen

© Reiner Storm / aboutpixel
pd/af
am
17.04.2015

In zehn VW-Restaurants wird folgender Ernährungsweise geworben: "vital - vegetarisch - vegan". Noch kein Grund zur Aufregung. Die Argumente erhitzen dann aber doch die Gemüter des Bauernverbandes.

Die Restaurants der Autostadt Wolfsburg setzen auf vitale, vegetarische und vegane Enährung. © anna shepulova/Fotolia
Der Wolfsburger Autokonzern VW wirbt in seinen zehn Restaurants in der "Autostadt" mit einer  "vital ? vegetarisch ? vegan" Speisekarte. Das allein hätte den Deutschen Bauernverband (DBV) wahrscheinlich noch nicht aufgerergt. Die Gründe, die VW  für diese Ernährungsweise auf seiner Internetseite aufführt, dürften dann aber die entsprechenden Reaktionen hervorgerufen haben. 
 
 
 
 "Es gibt viele gute Gründe auf vitale, vegetarische oder vegane Küche zu setzen. Gesunde Ernährung ist der eine, die Rücksicht auf Tier, Klima und Umwelt ein anderer", heißt es auf der Seite der Autostadt. DBV-Präsident Joachim Rukwied äußerte sein Unverständnis für diese "Imagemaßnahme" in einer Pressemitteilung. Landvolk Präsident Werner Hilse habe laut Deutscher Presseagentur einen Brief an VW geschrieben, indem von Diskrimminierung die Rede sei.  "Landwirte, die wie ich selbst ein Auto aus dem Angebot des VW-Konzerns gewählt haben, müssen sich doppelt diskriminiert fühlen", soll Hilse geschrieben haben.

Produktion eines Autos frisst 400.000 Liter Wasser

Rukwied wandte sich entschieden gegen die negative Darstellung von Landwirtschaft und Tierhaltung und deren Leistungen. Es ist völlig in Ordnung, wenn Restaurants vegetarische Gerichte anbieten. Ein Problem entsteht dann, wenn dies mit falschen Behauptungen und fragwürdigen, ideologisch geprägten Studien begründet wird", erklärte Rukwied in einer Pressemitteilung. Der Landwirtschaft wird vorgeworfen, sie sei zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Offenbar soll von den Auswirkungen der Automobilbranche auf Umwelt, Klima, Rohstoff-, Flächen- und Energieverbrauch abgelenkt werden.
  "Fakt ist, dass die Landwirtschaft in Deutschland nur noch sieben Prozent der Emissionen an Treibhausgasen verantwortet und diese weiter verringert", stellte der Bauernpräsident fest. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Auch oder gerade dann nicht, wenn es sich um die gläserne Autostadt handelt. Schließlich frisst die Produktion eines Autos bis zu 400.000 Liter Wasser".
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