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Feinstaub

Aufreger Feinstaub: Jetzt rückt die Landwirtschaft in den Fokus

Gülleausbringung
am
18.01.2019
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Berichte über eine Studie, wonach Ammoniak aus der Tierhaltung einer der Hauptverursacher von Feinstaub sei, werden von Landwirten intensiv diskutiert.

Gestern Abend berichtete das WDR-Fernsehmagazin Monitor über eine unveröffentlichte Studie des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie. Die Untersuchung sieht die Landwirtschaft als eine der Hauptquellen für Feinstaub. Ammoniakemissionen, die vor allem bei der Ausbringung von Gülle entstehen, seien die Ursache für eine seit Jahren über dem Grenzwert liegende Belastung.

Auf Facebook diskutieren Landwirte und Verbraucher intensiv über die Vorwürfe.

Feuerwerk ist durch, jetzt kommt die Landwirtschaft dran

Die Userin Lebe Liebe Landwirtschaft meint: "Gut, Thema Feuerwerk und Feinstaub an Silvester ist passé, dann suchen wir eben einen neuen Schuldigen. Hey, wie wärs mal wieder mit den Landwirten?! Feinstaub von Kreuzfahrtschiffen, Urlaubsfliegern - fürs Vergnügen kein Problem! Aber um Nahrungsmittel herzustellen gehts natürlich gar nicht! Was müssen wir uns eigentlich noch alles anhören? Was sind wir noch alles schuld?"

Bauern-Bashing pur

Renate Ixmeier, Kreisbäuerin im Landkreis Neustadt/Aisch, stellt fest: "Kaum ist die Silvesternacht 17 Tage vorbei, hat mal wieder jeder vergessen, dass hier 15 % des jährlichen Feinstaubaufkommens mal nur so zum Vergnügen in die Luft geballert wurden. Es war ja fast spannend, welche Sau diesmal zum Auftakt der Grünen Woche durchs Dorf bzw unsere Medienlandschaft getrieben wird. Bauern-Bashing pur."

Landwirtschaft ist auch Hauptverursacher von Lebensmitteln

Markus Fechter schreibt: "An allem sind die Bauern schuld. Aber irgendwann merken auch die Letzten, dass man Autos und Co nicht essen kann."

David Gräfe weist mit einer gewissen Ironie darauf hin: "Landwirtschaft ist auch Hauptverursacher von Nahrungsmitteln; das sollte auch mal untersucht und immer betont werden."

Dank für die tägliche Arbeit der Landwirte

Karl Hinrich postet seinen Dank an die Landwirtschaft: "Ich bin schon lange kein Landwirt mehr und ich frage mich, wie lange Ihr Landwirte Euch das noch gefallen lasst. Ich bin bin jedem von euch zutiefst dankbar für Eure Arbeit die Ihr tagtäglich leistet."

Ammoniumverbindungen sind gut wasserlöslich

agrarheute-Leser Dr. Peter Adel schreibt uns: "Die Angaben zur Feinstaubbildung infolge der Ammoniakemissionen mögen stimmen. Nur sind praktisch alle Ammoniumverbindungen gut wasserlöslich. Somit löst sich entsprechender Feisntaub sofort auf, falls er in die Lunge gelangt und somit kann dieser Feinstaub dort überhaupt nicht als Feinstaub wirken. Daher ist eine entsprechende Schädlichkeit auszuschließen.

Für die Schädlichkeit dieses wasserlöslichen Feinstaubs werden auch sonst keine Belege gebracht. Daher sind die entsprechenden Zahlen zu den vorzeitigen Todesfällen komplett falsch und frei erfunden. Es ist auch sonst auszuschließen, dass winzige Ammoniakmengen die auf diese Weise aufgenommen werden den Körper auf andere Weise schaden. Denn diese Mengen sind weit geringer als die Ammoniakmengen die normal im Stoffwechsel anfallen (und dann als Harnstoff gebunden werden.)"

Vegane Gesellschaft fordert Fleischverbot

Wie nicht anders zu erwarten, springen vegane Vereine auf die Feinstaub-Geschichte auf. Die Welt meldet, die Vegane Gesellschaft Deutschland fordere konsequente Fleischverbote. "Wer A sagt und gerichtliche Fahrverbote durchsetzt, muss auch B sagen und Fleischverbote durchsetzen", erklärt Christian Vagedes, der Gründer und Vorsitzende der Veganen Welt. Und in einer Pressemitteilung des Berliner Vereins heißt es weiter: "Da der meiste Feinstaub aus der Massentierhaltung stammt, begrüßen wir Musterklagen, die die Verursacher-Betriebe dicht machen und den Beginn von Fleischverboten“.

Unterstützung erhoffe man sich – auch das überrascht nicht – von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die bislang die Dieselfahrverbote eingeklagt hat und sich nach eigenen Aussagen künftig mit der Landwirtschaft beschäftigen will.

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