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Ernährung und Gesundheit

Aufreger Fleisch: 'WHO verunsichert Verbraucher'

Krenn
am
28.10.2015

Die Meldung der Krebsforschungsagentur IARC schlägt hohe Wellen. Fleischbranche und Agrarminister Schmidt melden sich kritisch zu Wort und auch die Publikumsmedien berichten diesmal differenziert.

Eines der beliebtesten Lebensmittel soll laut der internationalen Krebsforschungsagentur IARC krebserregend sein. Verarbeitetes Fleisch soll Darmkrebs verursachen, so das Ergebnis der IARC-Studie. Das Echo dieser Meldung ist erwartungsgemäß groß. Immerhin konsumieren die Deutschen im Schnitt rund neun Kilogramm Wurst und Schinken im Jahr (AMI: 2014).
 
Das ärgert auch den Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU): "Niemand muss Angst haben, wenn er mal eine Bratwurst isst! Die Menschen werden zu Unrecht verunsichert, wenn man Fleisch mit Asbest oder Tabak auf eine Stufe stellt", bezieht Schmidt Stellung.

'Angstmache und Verunsicherung der Verbraucher'

Alarmiert ist insbesondere die Fleischbranche. Der Schutzverband Schwarzwälder Schinkenhersteller wirft der WHO ebenfalls Verunsicherung der Verbraucher vor. Auch der Interessensverband der Schweinehalter (ISN) spricht von Angstmache: "Man kann sich hier nur verwundert die Augen reiben, denn unlängst kamen andere Wissenschaftler zu einem ganz anderen Ergebnis. Und der IARC-Direktor selbst spricht von nicht eindeutigen Literaturergebnissen. Trotzdem geht die WHO mit so einer Schlagzeile an die Öffentlichkeit? Aus Sicht der ISN ist das Angstmache pur und unverantwortlich gegenüber den vielen Existenzen, die an der Fleischerzeugung hängen."

Publikumsmedien berichten kritisch

Als positiv nimmt die ISN die Reaktion der Publikumsmedien wahr. "Bemerkenswert ist, dass in diesem Fall einige Printmedien durchaus sachlich und differenziert mit dem Thema umgehen." Die Westfälischen Nachrichten oder auch in der Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichteten "ausgewogen", es kämen diesmal auch kritische Stimmen zu Wort. Das liegt vermutlich auch daran, dass es sich um ein beliebtes Lebensmittel handelt und nicht um ein Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat.

Kommentare auf Facebook

Die Meldung zu dem IARC-Bericht auf agrarheute.com hat auch unsere Facebook-Gemeinde aufgemischt. "Panikmache" war dabei das geflügelte Wort zusammen mit der Befürchtung, dass der "Fleischpreis noch weiter in den Keller fällt". Einige User weisen darauf hin, dass die Qualität und Herkunft eine Rolle spielt. "Die Waren vom Discounter kann man vergessen! Am besten immer frisch vom Metzger aus dem Dorf und dann in Maßen bewusst ernähren. Ich verstehe sowieso diese Verrücktmacherei nicht. Hat es früher nicht gegeben. Discounter auch nicht."
 
 
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