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Aufreger

Aufreger Laborfleisch: Steaks aus dem Brutkasten

Steaks im Handel
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Eva Eckinger, agrarheute
am
22.01.2018

Eine ZDF-Sendung ging der Frage nach, ob im Labor gezüchtete Steaks und Co. die Lösung für den Fleischkonsum der Zukunft sind. Die agrarheute-Leser sehen das sehr kritisch.

Am Sonntag widmete sich die Sendung planet e dem Thema "Steaks aus dem Brutkasten. Verändert Laborfleisch unseren Planeten?". Daring ging man der Frage nach, ob Fleisch aus dem Brutkasten dazu beitragen könnte, „die industrielle Massentierhaltung mit all ihren negativen Folgen für den Planeten zu ersetzen? Fleisch, das nicht von Tieren stammt, die dafür sterben müssen - das sei die Vision der Wissenschaftler, die sich mit "cultured meat" beschäftigen, so das ZDF.

Burger aus dem Reagenzglas

Ein Niederländer präsentierte 2013 den ersten In-vitro-Fleisch-Burger der Welt. Also im Grunde ein Burger aus dem Reagenzglas. In Israel arbeiten dem ZDF zufolge mittlerweile sogar schon drei Start-up-Unternehmen daran, aus Zellen Fleisch nachzubauen. Unterstützt und gefördert durch den Staat und einen Lebensmittel-Konzern, hoffen die Wissenschaftler, sehr bald Fleisch aus dem Brutkasten sogar im Supermarkt anbieten zu können, berichtet das ZDF.

Bio, ohne Gentechnik und regional?

Fleisch aus dem Labor

Auf Facebook sehen die agrarheute-Leser diese Entwicklung skeptisch. Jürgen S. meint dazu: "Vor der Urproduktion haben die Leute immer Angst, aber Chemie ist immer super." Auch Juliane  O. schreibt: "Ich bin fein raus. Ich habe genug Platz für ein paar Schweine, Rinder und Hühner. Ich mache dann wieder auf Selbstversorgung!"

Bernd B. fragt: "Und das ist dann Bio und ohne Gentechnik? Dazu noch regional und nicht von Konzernen?"

Der Trend geht zum regionalen Produkt

Benedikt H. meint: "Wieviel macht denn die industrielle Massentierhaltung z.B. beim Rindfleisch in Deutschland aus? Also ich habe am Freitag selber noch zwei Rinder zum Schlachthof gebracht - und da standen größtenteils nur Landwirte oder kleinere Viehhändler, die ja auch meistens mehrere Landwirte anfahren, bis der Wagen voll ist. Mir wird bei dem Thema alles zu viel über einen Kamm geschoren. Ich sehe eher einen Trend hin zum regionalem Produkt."

Zukunftsvision: Landwirte müssen sich Nischen suchen

Robert S. hingegen glaubt, dass so die Zukunft aussehen wird: "Ob es uns passt oder nicht, da wird die Reise hingehen! Zunächst für "formlose" Massenware wie Wurst und Hack. Die großen Schlachtereien halten sich verdächtig zurück bei diesem Thema. Würde mich nicht wundern, wenn da bereits Vorbereitungen laufen. [...] es wird viel Geld in Invitrofleisch gepumpt. Die Gesellschaft ist bereits ebenfalls entsprechend orientiert.

Ich hatte immer mit 5-10 Jahren gerechnet, aber es werden bereits drei Jahre bis zur Serienreife diskutiert! Wie gesagt: Ob es uns passt oder nicht! Nischen suchen (Qualität, Spezialität...) wird für uns Kleinen unumgänglich..."

Noch keine Angst vor baldigem Invitro-Fleisch

Hubi H. hat weniger Bedenken, dass eine solche Entwicklung Realität wird: "Das ist aber noch kein Thema. Nur weil die glauben, einen Klumpen in einer Petrischale züchten zu können, heißt das noch lange nicht, dass das beim Konsumenten auch ankommt. Mit Muskelfleisch wird das wenig zu tun haben. Man kann das zwar panieren, aber ich glaube, die Nachfrage nach einem panierten Zwischenklauengeschwür in der Art ist begrenzt."

Koen B. steht ganz klar auf der Seite der Landwirte: "Ich persönlich vertraue in puncto Ernährung einem Bauern mehr, als einem Lebensmittelchemiker oder wie in diesem Fall Pharmakologen."

Mit Material von ZDF, Facebook

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