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Fleischkonsum

Aufreger: Landwirt schlachtet Gans in Fußgängerzone

Aufreger: Landwirt schlachtet Gänse in Innenstadt
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
14.12.2017

Ein Landwirt hat in der Kölner Innenstadt Gänse direkt vor den Augen der Kunden geschlachtet. Die Passanten haben unterschiedlich darauf reagiert.

Ein Geflügelmäster aus Essen bot am vergangenen Samstag (9.12.) in der belebten Kölner Fußgängerzone an einem Marktstand Gänsefleisch zum Verkauf an. Das Fleisch war aber nicht fertig verpackt wie im Supermarkt oder Hofladen. Wer eine Gans wollte, musste die Schlachtung mit ansehen. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) initiierte das Sozialexperiment "Schlachtung beim Fleischeinkauf". Das Ziel war hierbei herauszufinden, wie Verbraucher reagieren, wenn sie mit dem Töten von Tieren direkt beim Fleischeinkauf konfrontiert werden und ob sich dadurch ihr Bewusstsein ändert.

Fachmännische Beratung und Schlachtung

Insgesamt zehn Gänse hatte der Landwirt mitgebracht. Der Landwirt erklärte den Kunden, wie die Tiere aufgezogen und gefüttert wurden. Die Kunden konnte sich ein Tier aussuchen. Der Landwirt schlachtete die Gänse am Marktplatz fachmännisch. Er verwendete dabei Elektrobetäubung und beachtete alle gesetzlichen Vorschriften. 

Reaktionen der Passanten

Die Passanten reagierten sehr unterschiedlich auf die Aktion des WDR. Einige zeigten sich schockiert: "Ich finde es absolut schrecklich, was hier passiert", äußerte sich eine Frau gegenüber dem WDR. Andere Passanten hingegen fanden das Experiment gut und sprachen selbstkritisch über ihren eigenen Fleischkonsum. "Keiner macht sich Gedanken darüber, dass die Tiere ja nicht gebraten vom Himmel fallen", so eine weitere Passantin. Schlachtungen gebe es jeden Tag, aber hier rege sich jeder auf, wenn mal eine Gans geschlachtet werde.

Nur kurzfristiger Effekt auf Fleischkonsum

"Wenn jemand gerne Fleisch isst, wird es nur ein kurzfristiger Effekt sein", unterstrich Professor Christoph Klotter von der Hochschule Fulda im Gespräch mit dem WDR. Trotzdem gebe es vermehrt Widerstand gegen "Massentierhaltung". Bio-Fleisch und bewusste Ernährung lägen im Trend. "Wer jung, weiblich und gebildet ist, hasst Fleischkonsum", hob Klotter hervor. Dieser Gruppe stünden die oft männlichen Fleischesser gegenüber, die täglich Fleisch konsumieren.

Mit Material von WDR
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