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Rückblick 2016

Aufreger und Skandale des letzten Jahres

wütender Mann
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Katharina Krenn, agrarheute
am
27.12.2016

Milch zum Schleuderpreis, brisante Videoaufnahmen aus Ställen von Agrarpolitikern und die Megapleite der KTG Agrar. Das waren die Aufreger des Jahres 2016.

Aufreger Milchkrise: Preisdumping und Bauernsterben

Das Aufreger-Thema der Branche im Jahr 2016 war der Milchpreis. Zum Unmut der Erzeuger senkte Aldi und andere Discounter Anfang Mai die Preise für Milchprodukte um bis zu 25 Prozent und rechtfertigte dies mit dem Überschuss am Milchmarkt.

Mitte Mai ist der Auszahlungspreis für Milch unter 20 Cent gefallen.

Auch die Publikumsmedien und überregionale Tageszeitungen griffen das Thema auf und schrieben über Milchpreisdumping und Bauernsterben.

Der Milchkrise sind in Deutschland 2016 rund 4.000 Milcherzeuger zum Opfer gefallen. Von einem Schicksal haben wir auch im Detail berichtet.

Mehr zum Thema Milchkrise finden Sie hier.

Aufreger Stallaufnahmen: Im Visier der Tierschützer

Im September sendete die ARD in dem Magazin-Beitrag "Massive Tierschutz-Probleme bei Bauern-Chefs"  brisantes Videomaterial zu Tierschutzverstößen - angeblich gefilmt in Ställen führender Agrarfunktionäre und -Politiker. Das Material stammte von der Organisation "Animal Rights Watch" (ARIWA). Die beschuldigten Politiker wehrten sich gegen die Vorwürfe und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands Johannes Röring erwirkte gegen den Sender eine einstweilige Verfügung.

Letztlich haben die Kontrollbehörden keine Tierschutzverletzungen in den besagten Ställen feststellen können.

Mehr zur Skandalberichterstallung der Medien lesen Sie hier.

Der Fall der KTG Agrar

Bereits Anfang Juni deutete sich die Pleite eines der größten deutschen Agrar- und Biogaskonzerne Deutschlands an. Die KTG Agrar SE konnte ihre Kredite nicht mehr bedienen und ließ mehrfach die Zahlungsfristen verstreichen. Am 5. Juli 2016 meldet der Konzern schließlich Insolvenz an und der Vorstandvorsitzende Siegfried Hofreiter trat zurück.

Hofreiter bekam in den sozialen Netzwerken reichlich Häme für seine Pleitekarriere. Laut landlive-User Miche war dies die 6. Pleite des ehemaligen KTG-Agrar-Chefs. Ende September muss dann auch die KTG Energie Insolvenz anmelden. Drei Monate nach dem ersten Insolvenzantrag wird das Unternehmen von der Börse genommen und abgewickelt.

Das Insolvenz-Verfahren der KTG Agrar hat die strittige Bodenmarktpolitik erneut ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Landwirte und betroffene Betriebe hatten mit dem Verkauf der KTG Agrar an die Gustav-Zech-Stiftung, einem internationalen Investor aus der Baubranche, keine Möglichkeit gehabt, Flächen zu übernehmen.

Ein weiterer Skandal der Pleite: Ex-KTG-Vorstand Bert Wigger soll während der Insolvenz als Berater bei der KTG Agrar tätig gewesen sein und hohe Honorare kassiert haben.

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