Login
Umwelt

Aufreger Wolf: Abschuss oder Naturschutz?

Thumbnail
Katharina Krenn, agrarheute
am
25.02.2015

Es mehren sich Hinweise von verhaltensauffälligen Wölfen. Verlieren die Tiere langsam die natürliche Scheu? Reine Panikmache oder ernsthafte Bedrohung? Der Problemwolf avanciert zum Reizthema.

Am vergangenen Wochenende griff ein Wolf im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) eine Schafsherde an und verletzte vier Schafe. Das Besondere dabei ist nicht unbedingt der Nutztierriss als solches, sondern die Tatsache, dass der Wolf keine Menschenscheu zeigte. Denn der Räuber ließ sich nicht aus der Schafherde vertreiben. "Obwohl sich die vor Ort befindlichen Personen dem Tier auf unter zehn Meter näherten, gelang es erst nach einiger Zeit, den Wolf von den Schafen zu trennen und zu vertreiben.", berichtet das Wolfsinformationszentrums Schleswig-Holstein.
 
"Aufgrund der Verhaltensauffälligkeit und der hierdurch zu befürchtenden Gefahren, die von dem Tier ausgehen könnten", erteilte das Ministerium dem zuständigen Wolfsbetreuer die Genehmigung, das Tier mit Gummigeschossen zu verscheuchen oder es in letzter Konsequenz zu töten.

Panikmache oder Gefahr?

Dieser Vorfall ist Wasser auf die Mühlen der Wolfsgegner. Sie sehen eine zunehmende Gefahr und fordern eine Eindämmung des Grauhunds in unseren Breiten. Fakt ist, dass sich die Meldungen von ungewöhnlichen Wolfsbegegnungen in letzter Zeit zu häufen scheinen. Die Meldung von einer Frau, die nach einer Begegnung mit einem Wolfsrudel einen Nervenzusammenbruch erlitt, sorgte erst in der letzten Woche für Aufregung. Die Wolfsbefürworter reden von "reiner Panikmache".
 
Ein Streit entbrannte auch über den Artikel der Fachzeitschrift JÄGER, die zu dem Vorfall titelte: "Wölfe jagen Spaziergängerin - Frau kollabiert". Der Wolfsberater Uwe Martens, der den Fall betreute, hat daraufhin Anzeige gegen den Chefredakteur der Zeitschrift erstattet. Er sei in dem Artikel falsch zitiert worden und der Sachverhalt sei falsch dargestellt. Auch die betroffene Spaziergängerin meldete sich zu Wort und stellte gegenüber dem NDR klar, dass die Tiere sie nicht bedroht hätten.

Streit um den Wolf

Auch in den sozialen Netzwerken wie landlive.de diskutieren die User das Thema Wolf hitzig: "Ich persönlich, habe ja nichts gegen den Wolf an sich. Aber ein Wolf gehört in die Wildnis und in Deutschland haben wir keine Wildnis mehr, sondern nur Nutzfläche! Also brauchen wir hier auch keinen Wolf."
 
Ein anderer argumentiert: "Warum soll sich immer alles andere an den Menschen anpassen? Der Mensch ist doch Meister der Anpassung, also werden wir uns wohl auch an den Wolf anpassen können. Der hat es schon schwer genug. Zweibeiner passen überhaupt nicht in sein Beuteschema, es gibt massig Wild in unseren Wäldern…"
 
"Die meisten die für den Wolf argumentieren sind idR Menschen die sich nie mit dem Wolf direkt auseinander setzen müssen. In meiner Umgebung sind die meisten Dörfer zwischen 50-300 Einwohner groß. Ich kenne keinen der sich den Wolf wünscht. Hier ist alles offen... Rinder, Schweine, Schafe, Hühner laufen hinter jedem Haus. Wenn wir das Wolfsproblem nicht sofort an der Wurzel packen, werden wir uns von diesem Bild verabschieden können. Es gibt keinen Zaun der ein Wolfsrudel aufhält, die Bürokratie dahinter ist jetzt schon überfordert. Dann gibt's nur 2 Möglichkeiten: Alles auf ewig in den Stall oder Feierabend mit der Tierhaltung."
 

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolf
Wolfswelpen
4 Wolfswelpen
Wolf mit Waschbär
Wölfe
Auch interessant