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Dorf und Familie

Aufreger/Tierrechtler-Attacke: 'Da fehlt doch was inne Rübe'

dpa/Eva Ziegler/agrarheute
am
13.05.2015

Am Montag sind bei einer Aktion selbst ernannter Tierrechtler 250 Puten gestorben, der Landwirt wurde verletzt. Kein Einzelfall.

Bei einem Einbruch in Leutenbach im Kreis Rems-Murr gerieten Montagnacht die Puten in Panik, 250 Tiere sterben. 'Tierschützer' hatten nicht nur eine Kamera im Gepäck, sondern auch Pfefferspray. Der Stallbetreiber erwischte die Einbrecher, rangelte mit einem 27-Jährigen. Der Putenhalter wird verletzt, die Polizei nimmt Aktivisten fest. "Heftig", bilanziert ein Polizist nach dem Einbruch bei Schwäbisch-Hall.
 
Die Ermittler wollen noch nicht bestätigen, ob in Leutenbach radikale Aktivisten am Werk waren. "Aber die Vermutung liegt nahe", sagt ein Beamter. 

Aktionen 'endlich mal hart bestrafen'

Immer wieder dringen Aktivisten bundesweit in Betriebe ein. Auch Morddrohungen werden im Namen der Tiere verfasst, sogar Brandschläge gab es schon.
 
Der Vorfall im Putenstall wird auf unseren Social Media Kanälen heiß diskutiert. So schreibt zum Beispiel altilla auf landlive: "Ich finde es nur schrecklich, dass es Menschen gibt, die sich zu so etwas hinreißen lassen."
 
Christina Ba hofft, dass die Aktivisten "endlich mal hart bestraft" werden. Und Julia Guzinski findet die Aktion "Unmöglich. Ist doch klar dass die Tiere nachts schlafen und denn bei sowas umkippen. Und denn noch den Besitzer angreifen, da fehlt doch was inne Rübe."
 
Welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben, wenn bei Ihnen selbst ernannte Tierrechtler eindringen, können Sie morgen auf agrarheute.com lesen.

Von der Schlachthofblockade bis zur Sabotage - in vier Jahren 958 Straftaten

Das Bundeskriminalamt verzeichnete von 2010 bis 2014 insgesamt 958 Straftaten radikaler Tierschutz-Aktivisten.
 
Im Hühnerland Niedersachsen berichtet das Landeskriminalamt von Feld- und Bauplatzbesetzungen, Schlachthofblockaden und Sabotage. Eine Minderheit von Tierrechtlern verfolgt laut Polizei auch extremistische Ziele. "Die Anwendung von Gewalt gegen Sachen wird als legitimes Mittel im Kampf gegen die Unterdrückung der Tiere und zur Durchsetzung der Tierrechte angesehen", berichtet LKA-Sprecher Frank Federau.
 
So habe die "Animal Liberation Front" allein in Niedersachsen zwischen Juli 2011 und Dezember 2012 fünf Brandanschläge verübt.

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