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Wirtschaft

Auftaktgespräche zu europäisch-japanischem Handelsabkommen

aiz
am
16.04.2013

Brüssel - Seit gestern verhandeln Vertreter der Europäischen Union und Japan in Brüssel über ein Freihandelsabkommen. Sie holen damit ein Treffen nach, das im März wegen der Zypern-Krise ausgefallen war.

Die Europäische Union und Japan haben gestern in Brüssel die Verhandlungen über ein weitreichendes Freihandelsabkommen aufgenommen, das Europa bis zu 400.000 neue Jobs bescheren soll. "Wir wissen, es wird schwierig", erklärte EU-Chefunterhändler Mauro Petriccione, der sich aber "sehr zuversichtlich" zeigt, ein gutes Ergebnis zu erzielen.
 
Der japanische Delegationschef Jun Yokota sagte, er hoffe auf eine "bedeutende bilaterale Abmachung".

Nicht-tarifäre Handelshemmnisse frühzeitig abbauen

Bei den mehrtägigen Gesprächen sollte es vor allem um einen Fahrplan für die Verhandlungen gehen, die üblicherweise bis zum Abschluss oft Jahre dauern. Die EU-Kommission erwartet sich davon eine Erhöhung der Exporte nach Japan von bis zu einem Drittel. Im Gegenzug könnten die Einfuhren um bis zu 25 Prozent wachsen.
 
In den Verhandlungen geht es nicht nur um Zollabbau. Ebenso wichtig sind für viele Branchen sogenannte nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Importquoten und Industrienormen, wie etwa Standards für Autos. Wenn diese Normen nur durch aufwändige Umrüstungen zu erfüllen sind, kann das den Handel stärker behindern als Zölle.
 
Der EU-Kommission zufolge gibt es bei den Verhandlungen mit Japan ein Novum. Demnach muss der Inselstaat schon während der Gespräche nicht-tarifäre Hemmnisse abbauen, meldet die APA. Sollte es hier bis Frühjahr 2014 keine merklichen Fortschritte geben, können die Verhandlungen ausgesetzt werden, wie Handelskommissar Karel De Gucht klargemacht hat.
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