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Umwelt

Augustinus - Schutzpatron der Bierbraucher und Theologen

von , am
28.08.2009

Leipzig - Vier Tage nach Sankt Bartholomäus, der eine Zäsur im bäuerlichen Jahr hin zu frühherbstlichen Verhältnissen verkörpert, wird das Namensfest des Bischofs, Kirchenvaters und Kirchenlehrers Augustinus von Hippo begangen.

"Nach Augustin sind manche Nächte schon kalt, wundere dich nicht, der Sommer wird alt."  Tatsächlich werden derzeit die Nächte spürbar länger (drei bis vier Minuten von Tag zu Tag) und damit auch die Zeit, in der insbesondere bei wolkenlosem Himmel verstärkt eine langwellige Wärmeabstrahlung ins Weltall erfolgen kann.

Nicht umsonst heißt es: "Tut Augustinus die Wolken verjagen, bereitet die Kühle der Nacht ihm Behagen." Dessen ungeachtet vermag tagsüber die Sonne die Luft mitunter noch auf 30 Grad und mehr zu erwärmen, bevor dann im Verlauf des Septembers die 30-Grad-Schwelle seltener überschritten wird.

Sonniger Augustinus: guter Wein

Auf spätsommerliche Augusthitze, - Hochdruck-Ladies wie "Juliane", "Katrin", "Lina" und "Mara" haben in diesem Jahr dem alternden Sommer mehrfach Flügel verliehen -, nimmt unter anderem der Spruch "Wenn Augustinus der Sonne den Himmel frei räumt, der Winzer von einem guten Tropfen träumt" Bezug. Darüber hinaus reimte der Landmann: "Ist Augustinus mit Frau Sonne im Bunde, macht die Kunde von gutem Wein schnell die Runde".

Außerdem lehrt die Erfahrung: "Wenn Augustinus den Reben Feuer beschert, auch Matthäus (21.09.) uns mit Sonne beehrt" und "Schürt Augustinus der Sonne Glut, dann hat auch Matthäus noch Feuer im Blut".

Augustinus von Hippo: nachdenklicher Schutzheiliger

Augustinus, der von 354 bis 430 lebte, wird als Schutzpatron von Karthago, der Theologen, Bierbrauer und Buchdrucker verehrt und in der Kunst im Bischofsgewand mit Jesuskind, Schreibfeder, Buch und einem flammenden oder durchbohrten Herz in der Hand sowie einem Wasser schöpfenden Kind zu seinen Füßen dargestellt. Eine Legende berichtet von einem Knaben, der mit einer Muschel versucht, das ganze Wasser des Meeres in eine Sandmulde zu schöpfen. Als Augustinus dem Kind die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen erklärt, macht ihn der Knabe auf die Unmöglichkeit dessen eigenen Tun aufmerksam, mit seinen Gedanken die Unergründlichkeit des Wesens Gottes auszuschöpfen.

Der Überlieferung nach soll er in einem Augenblick tiefster innerer Zerissenheit, als er unter einem Feigenbaum ruhte, die Stimme eines Kindes gehört haben, das ihn bat, die Bibel in die Hand zu nehmen und zu lesen. Er griff nach ihr und seine Augen hafteten auf dem Satz: "Lasset uns ehrbar wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Buhlereien und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht, sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht so, dass Begierden erwachen!" Fasziniert von diesem Satz ließ er sich in der Osternacht des Jahres 387 taufen. (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst)

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