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Aujeszkysche Krankheit bei Hofhunden: Achtung bei diesen Symptomen

Ein Jack Russell Terrier trägt einen Stock durch den Wald
am Donnerstag, 13.01.2022 - 08:31 (Jetzt kommentieren)

Erkrankt Ihr Hund an der Aujeszkyschen Krankheit, gibt es für ihn keine Hoffnung mehr. Wir verraten, wie Sie Ihren Hofhund vor dem tödlichen Virus schützen.

Für Hunde ist sie immer tödlich: die Aujeszkysche Krankheit oder Pseudowut. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz hat die Krankheit erst Anfang Januar wieder bei einem Hund nachgewiesen. Das Tier hatte auf der Jagd offenbar Kontakt zu einem Wildschwein. Nachfolgend klären wir die wichtigsten Fakten zu ...

  • ... Ansteckung
  • ... Symptomen
  • ... Krankheitsverlauf
  • ... Behandlung
  • ... und Impfung

von Hunden im Zusammenhang mit der Aujeszkyschen Krankheit und verraten, wie Sie Ihren Hund davor schützen können.

Was ist die Aujeszkysche Krankheit?

Bei der Aujeszkyischen Krankheit (Morbus Aujeszky) handelt es sich um eine Virusinfektion, die beim Hund zentralnervöse Störungen verursacht. Sie wird auch Pseudowut, Pseudorabies, Juckseuche, Juckpest, Tollkrätze oder infektiöse Bulbärparalyse genannt. Die Ursache der anzeigepflichtigen Tiersuche ist das Herpes-suis-Virus 1 (SHV-1). Menschen sind für dieses Virus nicht empfänglich, die Aujeszkysche Krankheit ist somit keine Zoonose.

Wie wird die Aujeszky-Krankheit auf Hunde übertragen?

Der Hauptwirt des Aujeszky-Virus ist das Schwein. Hunde können sich vor allem auf zwei Wegen anstecken:
  • Fressen von rohem, infiziertem Schweinefleisch und Innereien; da das Virus sehr widerstandsfähig ist, können Muskelfleisch und Knochenmark bei -18°C bis zu 36 Tage lang und gepökeltes Fleisch bis zu 20 Tage lang infektiös sein. Selbst bei Fäulnis können sich Hunde bis zum 12. Tag an infiziertem Fleisch anstecken.
  • Kontakt zu lebenden und toten, infizierten Wildschweinen (vor allem Gebrech und Genitalien)
Die Infizierung läuft hauptsächlich über die Maul- und Nasenschleimhäute. So kann sich ein Hund auch über den Biss eines erkrankten Schweins anstecken. Der Kontakt mit kontaminierten Gegenständen, wie zum Beispiel verschmutzen Stiefeln, oder das Fressen infizierter Ratten kann ebenfalls zu einer Infektion mit dem Aujeszky-Virus führen. Eine Ansteckung von Hund zu Hund ist nicht möglich. Die Übertragung der Viren ist von der Jahreszeit unabhängig.

Welche Symptome hat die Aujeszkysche Krankheit?

Bei Hunden und anderen Haussäugetieren wie zum Beispiel Katzen verläuft die Aujeszkysche Krankheit über die Nerven. So infiziert das Virus Hirnstamm und Hirnnervenkerne. Die Symptome treten nach der Inkubationszeit meist plötzlich auf:
  • intensiver Juckreiz am Kopf (Stirn, Lippen, Wangen, Augen und Ohren).
  • Unruhe
  • permanentes Bellen
  • Angstzustände (ohne Aggression)
  • Futterverweigerung
  • Durst
  • Erbrechen
  • Atembeschwerden
Im fortschreitenden Verlauf können darüber hinaus folgende Symptome auftreten.
  • Teilnahmslosigkeit/Apathie
  • Bewusstlosigkeit
  • Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • Bewegungsstörungen
  • Lähmungserscheinung
  • Durchfall
  • starkes Speicheln
Das auffälligste Symptom ist der starke Juckreiz zu Beginn der Krankheit. Er beginnt meist am Kopf und kann sich im Verlauf auf Hals und Körper fortsetzen. In dem Fall nagen betroffene Hunde oft an den juckenden Körperstellen, wobei offene Wunden entstehen.

Wie unterscheidet sich die Pseudowut von der Tollwut?

Die Aujeszkysche Krankheit kann prinzipiell tollwutähnlich verlaufen. Im Gegensatz zu an Tollwut erkrankten Tieren haben Hunde, die an der Aujeszkyschen Krankheit leiden, aber Durst. Zudem zeigen sie meist keine Symptome der Aggressivität.

Wie lange ist die Inkubationszeit der Aujeszkyschen Krankheit?

Die Inkubationszeit des Aujeszky-Virus beträgt meist 3 bis 5 Tage, prinzipiell sind jedoch 2 bis 9 Tage möglich. Infizierte Hunde sterben 1 bis 3 Tage nach den ersten klinischen Anzeichen, meist jedoch innerhalb der ersten 48 Stunden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Hunde?

Für Hunde verläuft die Aujeszkysche Krankheit immer tödlich. Eine Therapie im Falle einer Erkrankung oder eine Impfung gegen das SHV-1-Virus gibt es nicht.

Wie kann ich meinen Hund vor der Aujeszkyschen Krankheit schützen?

Da die Aujeszkysche Krankheit für Hunde immer tödlich verläuft, ist die Vorbeugung besonders wichtig:
  • Rohes Fleisch von Wild- und Hausschweinen nicht verfüttern.
  • Jagdhunde von erlegtem Schwarzwild fernhalten und keine Innereien roh verfüttern.
  • Unkontrollierte Freigänge des Hundes in Gebieten mit Aujeszky infizierten Wildschweinen vermeiden.
  • Bei Jagdhunden Kontakt mit Schusswunden von Wildschweinen während der Jagd vermeiden.
  • Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten beim Zerwirken und bei der Entsorgung der nicht verwertbaren Reste von Schwarzwild besondere Vorsicht walten lassen.
In der Umwelt kann das Aujeszky-Virus bei 25°C bis zu 40 Tage lang überleben. Abtöten können Sie es nur mittels Erhitzung über 55°C oder mit Desinfektionsmittel auf Chlor- Ammonium- oder Formalinbasis. Alkohol und Phenole wirken nicht.

Wie verhalte ich mich, wenn sich mein Hund mit dem Aujeszky-Virus infiziert hat?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund an der Aujeszkyschen Krankheit leidet, gilt es, Tierarzt und Veterinäramt zu informieren. Zudem sollten Sie den infizierten Hund absondern.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich mein Hund mit dem Aujeszky-Virus ansteckt?

Prinzipiell ist das SVH-1-Virus, das die Aujeszky-Krankheit bei Hunden auslöst, weltweit verbreitet. In Europa kommen in einigen Regionen Antikörper bei Wildschweinen vor. Auch in Deutschland gibt es bei Wildschweinen immer wieder Nachweise des Pseudowut-Virus, weshalb es auch immer wieder zu Erkrankungen von Hunden kommt. Beispielsweise hat das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfaz in den vergangenen Jahren die Aujeszkysche Krankheit bei insgesamt fünf Jagdhunden nachgewiesen.

Der Bestand der Hausschweine in Deutschland gilt seit 2003 frei von der Aujeszkyschen Krankheit.

Mit Material von Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz, Tiermedizinportal, wir-sind-tierarzt.de, LAVES Niedersachsen, Pirsch, Knafl.at

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