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Wirtschaft

Ausländer nutzen Wirtschaftskrise für Landerwerb in Rumänien

Externer Autor ,
am
23.04.2010

Bukarest - Ausländische Investoren haben die Wirtschaftskrise in Rumänien genutzt, um Forst- und Landwirtschaftsflächen in dem Balkanland preiswert zu kaufen.

Das berichtete der Internetdienst zf.ro der Bukarester Finanzzeitung "Ziarul Financiar". Es seien "mehr als 500 Millionen Euro" investiert worden. Ausländer besäßen je nach Bezugsgröße zwischen drei und fünf Prozent der rumänischen Agrarfläche. In jüngster Zeit seien von Ausländern vor allem Forstflächen gekauft worden, insgesamt schätzungsweise rund 100.000 Hektar. Dabei wurden im Schnitt 3.000 Euro bis 5.000 Euro pro Hektar Forstfläche gezahlt. Die Landkäufe von Ausländern würden in einer "sehr diskreten Art und Weise" abgewickelt, erklärte der Informationsdienst.

Nur wenige Käufer würden Angaben über ihren Landbesitz in Rumänien machen. Ausländer verfügten inzwischen über mehrere 100.000 Hektar Agrarland, wofür sie "hunderte Millionen Euro" gezahlt haben dürften. Zu den ausländischen Investoren gehöre schon seit längerem die österreichische Holzindustrie-Unternehmensgruppe Schweighofer. Neben Firmen aus Finnland und Schweden nennt zf.ro auch die Harvard Universität in den USA, die über ihre Harvard Management Company 30.000 Hektar Wald in Rumänien erworben haben soll, sowie die Porsche-Familie mit 8.000 Hektar.

"Ackerland eine Anlageklasse mit Zukunft" 

Erst kürzlich berichtete die Bukarester Nachrichtenagentur ADZ, der deutsche Milliardär Dr. Bernhard Termühlen habe 2008 und 2009 im westrumänischen Verwaltungskreis Arad insgesamt 5.000 Hektar Ackerflächen gekauft. Termühlen plane weitere Investitionen. Der Milliardär begründe seine agrarwirtschaftlichen Aktivitäten in Rumänien mit dem Argument, die weltweit steigende Lebensmittelnachfrage sei ein "Trendthema" und "Ackerland eine Anlageklasse mit Zukunft". (AgE)

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