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Wirtschaft

Außenwirtschaftstag: Kontakte knüpfen, Geschäfte machen

Externer Autor ,
am
08.06.2013

Berlin - Der fünfte Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft bietet deutschen Unternehmen eine Plattform, den Einstieg in ausländische Märkte vorzubereiten. In dieser Woche traf man sich in Berlin.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (Archivbild Jan 2013) eröffnete in dieser Woche in Berlin mit Außenminister Guido Westerwelle den fünften Außenwirtschaftstag. © hek
Das Motto in diesem Jahr: "Nachhaltigkeit - Made in Germany". Bei der gemeinsamen Eröffnung des Außenwirtschaftstages mit dem Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle sagte Bundesagrarministerin Ilse Aigner am Dienstag in Berlin: "Nachhaltig zu wirtschaften und dabei die Produktionsbasis und künftige Generationen im Auge zu behalten, hat lange Tradition in Deutschland. Vor 300 Jahren wurde der Begriff von dem deutschen Forstwirt Hans Carl von Carlowitz entscheidend geprägt."
 
Heute stünden die Produkte der deutschen Ernährungs- und Lebensmittelwirtschaft für Qualität und Nachhaltigkeit. Aber auch deutsche Landmaschinentechnik und landwirtschaftliche Kenntnisse seien im Ausland gefragt. "Es geht heute längst nicht nur darum Lebensmittel zu exportieren, sondern auch darum, Knowhow für die Steigerung der Lebensmittelproduktion zu vermitteln. Dabei setzen wir vor allem auf die Aus- und Weiterbildung", führte Aigner aus.

Schwerpunkte

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert bi- und multilaterale Projekte, die zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion in Schwellen- und Entwicklungsländern beitragen sollen. Die Mittel für bilaterale Kooperationen mit ausländischen Partnern sind laut einer Meldung des BMELV in diesem Jahr auf zehn Millionen Euro angehoben worden. In Agrar-Ausbildungsfarmen werden umweltschonende Produktionsverfahren und der Einsatz moderner Technologien vermittelt. Die internationale Projektarbeit wurde unter anderem auf verschiedene Regionen in Afrika und Asien ausgeweitet, ein Beispiel ist ein Ausbildungsprojekt in Äthiopien (Video Aug 2011).

 
Kleine und mittelständische Unternehmen aus der Agrarwirtschaft unterstützt das BMELV darüberhinus mit einer eigenständigen, sektorspezifischen Exportförderpolitik. Ein Beispiel dafür sind die "Markterkundungs- und Geschäftsreisen mit Importeursvermittlung in den Zielländern", wie es etwas sperrig von Seiten des Ministerium heißt. Diese Maßnahmen ergänzen eines der, laut BMELV, "wichtigsten Marketinginstrumente für die deutsche Ernährungswirtschaft", das Auslandsmesseprogramm des Ministeriums.
BMELV/ah

Drei Viertel bleiben in der EU - Russland-Export lahmt

© Maren Beßler/pixelio.de

Der Exportwert deutscher Agrar- und Ernährungsgüter stieg im ersten Quartal 2013 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 8,1 Prozent auf nunmehr 15,4 Milliarden Euro.


Bei den meisten Produktgruppen wurde sowohl die Exporttonnage gesteigert als auch der Durchschnittswert, heißt es in einer Meldung des BMELV. Hauptexportländer sind dabei die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Etwa drei Viertel des Exportwertes (11,7 Milliarden Euro) wurde im Handel mit den übrigen EU-Mitgliedstaaten erlöst. Gegenüber dem Vorjahresquartal sei das ein Anstieg um 9,0 Prozent.
 
Langfristig gewinne aber der Handel mit Drittstaaten an Bedeutung. So lag die Wachstumsrate im Drittlandsexport bei 5,3 Prozent; in Drittländer wurden Ernährungsgüter im Wert von 3,8 Milliarden Euro ausgeführt.
 
Verglichen mit dem sehr hohen Niveau des 1. Quartals 2012 seien die Zahlen im gleichen Zeitraum 2013 in zwei wichtigen Drittlandsmärkten allerdings rückläufig: Auf dem russischen Markt - nach der Schweiz das zweitwichtigste Drittland ‑ wurden mit 417 Millionen Euro nun 7,4 Prozent weniger erlöst, die Exporte in die Vereinigten Staaten sanken leicht um 0,9 Prozent auf 396 Millionen Euro.

Importe auf Vorjahresniveau

In sieben weiteren Drittländern erzielten Agrarexporteure aus Deutschland Exporterlöse von jeweils mehr als 100 Millionen Euro:
  1. Saudi-Arabien (262 Millionen Euro)
  2. Volksrepublik China (197)
  3. Norwegen (139)
  4. Iran (112)
  5. Türkei (112)
  6. Ukraine (109) und
  7. Japan (109)
Die Agrareinfuhren lagen mit 16,8 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals (+ 0,2 Prozent). Sie übertreffen damit nach wie vor das Exportniveau und sind laut BMELV "Zeichen der Weltoffenheit und der intensiven außenwirtschaftlichen Verflechtung der deutschen Ernährungsbranche".
 
BMELV/ah
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