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Wirtschaft

Australien: Auslandsumsatz gesichert

Norbert Lehmann, agrarmanager
am
18.09.2012

Canberra - Die australischen Agrarexporterlöse bleiben 2012/13 trotz einer kleineren Getreideernte stabil. Das prognostiziert das nationale Agrar- und Rohstoffamt ABARES.

Eine weiter steigende Nachfrage aus Asien und die höheren Preise für Getreide und Ölsaaten sichern der exportorientierten australischen Agrarwirtschaft den stabilen Auslandsumsatz. Das ABARES schätzt die Erlöse auf umgerechnet 28,3 Milliarden (Mrd.) Euro und damit 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das wäre allerdings noch immer fast ein Viertel über dem Durchschnitt der - teilweise dürregeprägten - Wirtschaftsjahre 2006/07 bis 2010/11.

Noch viel Weizen gelagert

In der soliden Außenhandelsbilanz für 2012/13 schlägt sich die noch nicht abgeschlossene Vermarktung der Rekordweizenernte vom Vorjahr nieder. Obwohl die Weizenerzeugung im laufenden Wirtschaftsjahr voraussichtlich sieben Millionen Tonnen (Mio. t) kleiner ausfallen wird, dürfte der Auslandsabsatz nur um rund 500.000 t auf 22,5 Mio. t schrumpfen. Dank der hohen Weltmarktpreise könnte der Exportwert um 15 Prozent auf umgerechnet 5,9 Mrd. Euro steigen.

Weniger Raps

Beim Raps sind die Aussichten weniger positiv. Da die Erzeugung voraussichtlich um 1,9 Prozent zurückgehen wird und kein größerer Überhang aus dem Vorjahr verfügbar ist, sinken die Ausfuhren um 2,7 Prozent auf 2,26 Mio. t. Dennoch bliebe Australien damit der zweitgrößte Rapsexporteur weltweit hinter Kanada. Der Exportwert soll um 3,6 Prozent niedriger ausfallen, denn die ABARES-Fachleute rechnen mit einem geringfügigen Rückgang der Erzeugerpreise.

Zuckerpreise sinken

Die Zuckerausfuhren könnten 2012/13 auf Basis einer wieder deutlich höheren Produktion um 11,6 Prozent auf 3,35 Mio. t gesteigert werden. Da die Weltmarktpreise jedoch im Sinken begriffen sind, erwartet das ABARES einen Rückgang der Ausfuhrerlöse um 9,1 Prozent auf umgerechnet 1,25 Mrd. Euro.

Milchviehhaltung nimmt zu

Die Milchviehhaltung stocken die australischen Farmer im zweiten Jahr ohne Dürre allmählich wieder auf. Die Produktion steigt bei hohen Futterkosten aber nur langsam. Da das ABARES in seiner Schätzung für 2012/13 um vier Prozent niedrigere Milchpulverpreise und sogar fast 14 Prozent niedrigere Butterpreise als 2011/12 unterstellt, geht der Wert der Molkereiexporte um 2,5 Prozent zurück. Mengenmäßig sollen die Ausfuhren an Käse jedoch um vier Prozent auf 168.000 t und an Magermilchpulver um drei Prozent auf 146.000 t klettern.

Lebendexport rückläufig

Auch die Rindfleischerzeugung erholt sich von den Jahren der Trockenheit. Die Produktion dürfte im Prognosezeitraum um 2,8 Prozent auf 2,18 Mio. t zunehmen. Die Rindfleisch-exporte bleiben sowohl in der Menge als auch im Wert stabil. Hingegen dürfte die Zahl der lebend exportierten Rinder um etwa 100.000 auf 480.000 Stück sinken.

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