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Wetterextreme

Australien: Hunderttausende Nutztiere bei Flut ertrunken

Kühe im Hochwasser
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Sabine Leopold, agrarheute
am
08.02.2019

Es ist ein Drama wie selten zuvor: Nachdem australische Farmer und ihre Tiere jahrelang unter einer extremen Dürre litten, sind im Bundesstaat Queensland jetzt Hunderttausende Rinder und Schafe nach Starkregenfällen ertrunken.

Während in Restaustralien ein Jahrhundertsommer für Temperaturen jenseits der 40-Grad-Grenze und eine extreme Dürre sorgt, ertrinkt der Nordosten des Kontinents seit einigen Tagen in Starkregenfällen.

In einigen Regionen des Bundesstaats Queensland fielen innerhalb weniger Tage mehr als zwei Meter Niederschlag. Die ausgedörrten Böden konnten die Wassermassen nicht annähernd aufnehmen. Nach kurzer Zeit stand ein Großteil von Queensland unter Wasser.

Hunderttausende Rinde und Schafe ertrunken

Besonders schlimm trifft es die Farmer. Äcker, Wiesen und Weiden sind komplett überschwemmt. Für viele Tiere bedeutete das den Tod, denn in dem weitläufigen Land gibt es keine Möglichkeit, sie innerhalb kurzer Zeit aus den niedrig gelegenen Viehstationen oder Weidegebieten zu retten.

Der australische Premierminister Scott Morrison sprach von einer herzzerreißenden Katastrophe für die Betroffenen, die jahrelang unter einer Dürre von enormem Ausmaß zu leiden hatten und nun innerhalb weniger Tage alles durch eine entgegensetzte Situation verlieren. "Wir erwarten Hunderttausende verlorene Nutztiere", erklärte Morrison.

62 Mio. Euro Nothilfe zugesagt

Die ersten Bilder ertrunkener Rinder- und Schafherden, die das abfließende Wasser freigegeben hat, gehen bereits durch die sozialen Medien. Sie lassen ahnen, welches Ausmaß die Flutkatastrophe hatte.

Premierminister Morrison kündigte vor der Presse an, die Nothilfe für geschädigte Landwirte auf 100 Mio. Australische Dollar (rund 62 Mio. Euro) aufzustocken. Weitere 3 Mio. stellt die Regierung für die psychische Betreuung Betroffener zur Verfügung.

"Diejenigen, die in den Viehstationen und auf den Weidegründen damit zurechtkommen müssen, wie ihre Tiere auf grausamste Weise ums Leben kommen, werden unsere Hilfe brauchen", erklärte Morrison. 

"Sie sehen ihr Vieh einfach verschwinden"

Während die verendeten Tiere noch gezählt werden, betonte der Geschäftsführer von AgForce Queensland (Dachorganisation der Rinder-, Schaf und Getreideproduzenten von Queensland), Michael Guerin, die Folgen der Flut seien von einem nie dagewesenen Ausmaß. 

"Um die 20 Mio. ha stehen unter Wasser," sagte Guerin. Die Auswirkungen auf die Farmer seien schrecklich: "Sie sehen ihr Vieh, um das sie sich ein Leben lang gekümmert haben, einfach vor ihren Augen verschwinden."

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