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Wirtschaft

Australien: Steigende Preise in der Agrarbranche

landpixel
am
02.02.2011

Canberra - Die australische Agrarwirtschaft kann sich zwar für das Jahr 2011 insgesamt auf höhere Preise einstellen, muss aber auch die Herausforderungen der steigenden Volatilität und einer starken Währung meistern. Zu diesem Ergebnis kommt die Rabobank Australia in einer Prognose.

 
Die Getreideerzeuger können sich nach Einschätzung der Bank auf eine große Ernte zu guten Preisen einstellen, da die Angebots- und Nachfragebilanz auf den internationalen Märkten voraussichtlich knapp bleiben wird.

Höhere Rindfleischpreise

Die Rindfleischpreise sollen sich 2011 verbessern, da sich die globale Versorgung laut Rabobank verknappen dürfte. Die Preise für Jungrinder sollen besonders stark anziehen, da nach den heftigen Niederschlägen an der australischen Ostküste im Jahr 2010 die Herden wieder aufgestockt würden.
Interessante Absatzmärkte für australische Agrarprodukte könnten in Zukunft China und Russland sein. In China steige die Nachfrage nach Futtergetreide seitens der Schweinefleischerzeuger und Russland sei bereits 2010 ein Schlüsselmarkt für australisches Rindfleisch und Milchprodukte gewesen. Auch die Türkei habe ihre Handelspolitik liberalisiert, stellt die Rabobank weiter fest.
 

Prognose: Preisvolatilität nimmt 2011 zu

Die Volatilität der Preise wird 2011 voraussichtlich steigen, da die globale Versorgungsbilanz mit Agrarrohstoffen eng sei. Zudem seien die weltweiten Vorräte auf einem so niedrigen Stand, dass sie Versorgungskrisen nur in geringem Maße abfedern können, schreibt die Bank und verweist auf die Dürre in Russland im Sommer, das daraufhin verhängte Exportembargo für Getreide, und die damit verbundenen Folgen für den Weizenmarkt.
 

Verstärktes Interesse von Finanzinvestoren erwartet

Darüber hinaus erwartet die Rabobank ein verstärktes Interesse von Finanzinvestoren an den Agrarmärkten, da die Fundamentaldaten in dem Sektor als bullish bewertet würden. Außerdem seien Handelsblockaden wie Ausfuhrstopps in Schwellenländern als Reaktion auf die steigenden Nahrungsmittelpreise nicht auszuschließen. Vor Herausforderungen wird Exporteure der starke australische Dollar stellen, den die Rabobank in etwa auf einem Niveau mit dem US-Dollar sieht. Dieser sei "strukturell schwach ", während die australische Währung durch ein starkes Wirtschaftswachstum im Inland gestärkt werden dürfte.
Australien exportiert jährlich zwei Drittel seiner Agrarerzeugnisse, darunter vor allem Getreide, Fleisch und Milchprodukte. Mit Ausfuhren im Wert von 30 Milliarden Australischen Dollar (21,8 Milliarden Euro) jährlich ist die Landwirtschaft ein wichtiger Pfeiler der australischen Wirtschaft.

Zyklon Yasi erreicht Nordostküste

Indes bedroht der Zyklon "Yasi" die erst kürzlich von Überflutungen heimgesuchten Orte Cairns und Townsville. Erste Ausläufer des Zyklons haben heute die Nordostküste Australiens erreicht.  In Ayr südlich von Townsville riss der Wind erste Bäume um. Die Behörden rechnen mit dem schlimmsten Unwetter seit Generationen.
Der Wirbelsturm hat mit 400 Kilometern Durchmesser riesige Ausmaße. "Wir sehen uns einem Sturm mit katastrophalen Proportionen ausgesetzt, und das in einem dicht besiedelten Gebiet", sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, am Mittwoch.
"Yasi" wurde mit erwarteten Windstößen von mehr als 300 Kilometern in der Stunde auf die höchsten Kategorie Fünf hochgestuft und war damit vergleichbar mit Hurrikan "Katrina", der 2005 die Südküste der USA und New Orleans verwüstete.
Das Zentrum des Sturms sollte gegen 1500 MEZ über die Küste von Innisfail ziehen. "Yasi" dürfte Dächer abdecken, Wände eindrücken und Bäume und Strommasten umreißen. Die Küstenwache fürchtet eine meterhohe Flut, die tausende Häuser überschwemmen könnte.  (aiz/dpa/pd)
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