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Politik international

Australier in Sorge über ausländische Investoren

von , am
25.11.2010

Canberra - In Australien hat die Regierung eine Untersuchung zum Umfang und Einfluss ausländischer Investitionen in die Landwirtschaft in Auftrag gegeben.

© Andreas Edelmann/fotolia

Sie reagiert damit auf eine wachsende Unruhe im ländlichen Raum, weil staatliche und private Investoren aus dem Ausland ein steigendes Interesse am Kauf von Land, Farmen und Agrarunternehmen zeigen.

Im Rahmen eines für 2011 geplanten Agrarzensus wird das statistische Amt Daten über die Besitzstrukturen an Boden und Landwirtschaftsbetrieben erheben. Der neue Präsident des nationalen Bauernverbandes (NFF), Jock Laurie, begrüßte die "lange überfällige" Untersuchung.

Australien attraktiver Agrarstandort  

Laurie erklärte, aufgrund der weltweit zunehmenden Besorgnis über die Ernährungssicherung zögen die dynamische Agrarwirtschaft Australiens und ihre vor- und nachgelagerten Sektoren immer mehr Aufmerksamkeit internationaler Investoren als lohnendes Anlageziel auf sich.

Wachsende Unruhe im ländlichen Raum 

Es sei nur vernünftig, wenn die Bevölkerung über die Besitzstrukturen informiert sein wolle. Laurie räumte ein, das Wachstum der australischen Agrarwirtschaft hänge in hohem Maße von ausländischen Investoren ab. Eine umsichtige Politik achte aber zugleich auf den Schutz der Interessen der ländlichen Gemeinden und der Nation.

Kanadier übernehmen AWB 

Im vergangenen Jahr hatte die kanadische Viterra-Gruppe den australischen Getreidehändler ABB Grain übernommen. Im November dieses Jahres kaufte der kanadische Düngemittel- und Landhandelskonzern Agrium das ehemalige australische Weizenexportmonopol AWB.

Interesse chinesischer Investoren 

Mehrere große Rinderfarmen wurden in den vergangenen zwei Jahren an ausländische Mehrheitseigner verkauft. Makler beobachten in den vergangenen Monaten zudem einen extremen Nachfrageanstieg chinesischer Investoren nach Farmen auf dem fünften Kontinent. (aiz)

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