Login
Wirtschaft

Australische Getreideerzeuger wollen Cargill nicht

aiz
am
28.04.2011

Canberra - In Australien versucht der Bauernverband NSWFA den Verkauf der Getreidehandelssparte des ehemaligen Weizenexportmonopols AWB Limited an den US-Konzern Cargill zu verhindern.

Weizen_Koerner_Nahaufnahme.jpg
© Mühlhausen/landpixel
Cargill will das AWB-Exportgeschäft dem kanadischen Landhandel- und Düngemittelkonzern Agrium abkaufen. Agrium hatte AWB voriges Jahr nur übernommen, um die AWB-Landhandelssparte Landmark zu erwerben.
 
Den internationalen Getreidegroßhandel wollten die Kanadier von Anfang veräußern. In Cargill fand Agrium einen interessierten Käufer. Im März erhielten die Amerikaner die Zustimmung der australischen Wettbewerbsbehörde (ACCC) für die Übernahme.

Wettbewerbsnachteile befürchtet

Der Bauernverband New South Wales (NSWFA) und die Organisation National Grains Australia versuchen nun, den Verkauf in letzter Minute zu blockieren. Sie fürchten laut einem Bericht der Zeitschrift "Farm Weekly", der US-Handelsriese werde die guten Kundenkontakte der AWB-Getreidesparte nutzen, um in erster Linie amerikanischen Weizen und Mais zu exportieren. Die australischen Erzeuger hätten das Nachsehen. Außerdem werde der Wettbewerb auf dem inländischen Getreidemarkt eingeschränkt. Die Akquisition sei daher nicht im nationalen Interesse, so die Verbände.

Regierung soll AWB-Übernahme verbieten

Sie appellieren an Finanzminister Wayne Swan, von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen und die Übernahme zu verbieten. Die für die Genehmigung von Auslandsinvestitionen zuständige Behörde (FIRB) wird voraussichtlich Anfang Mai ihre Bewertung des geplanten Verkaufs bekannt geben. Statt AWB an Cargill zu verkaufen, schlagen die australischen Landwirte die Gründung einer Genossenschaft vor. Die Finanzierung soll durch staatliche Zuschüsse oder eine Erzeugerabgabe erfolgen.
Auch interessant