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Milchpreis

Auswege aus der Milchkrise: Grüne contra CDU/CSU

Grüne/CDU/BBV/Anke Fritz
am
24.02.2016

Die Parteien setzen momentan auf unterschiedliche Strategien, um dem Milchpreisverfall entgegenzuwirken. Während die Grünen ein Sofortprogramm fordern, wollen die CDU/CSU eine gemeinsame Vermarktungsplattform.

Grüne: 2 Cent/Liter vom Bund für die Mengenregulierung

Die Milchkrise beschäftigt die Politiker. Die grünen Agrarminister fordern vom Bund, dass dieser mit einem Sofortprogramm Milch die Branche stärker in die Verantwortung nimmt und den Verzicht auf die Ausweitung der Milchmenge honoriert. Die grünen Minister fordern, dass der Bund bei Milcherzeugern, die sich an einer freiwilligen Mengenregulierung auf Molkereiebene beteiligen, zsätzlich einen Bonus in gleicher Höhe (beispeilsweise zwei Cent) drauflegt. Die agrarpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen fordern hingegen eine gemeinsame Vermarktungsplattform, um dem Einzelhandel entgegenzutreten.

CDU setzt auf Vermarktungsplattform

Christina Schulze Föcking, Sprecherin der Agrarpolitiker der CDU/CSU-Bundesländer erklärt in einer Pressemitteilung: "Wir möchten den Molkereien die Möglichkeit geben, mit gemeinsamen Vermarktungsplattformen der Macht des Lebensmitteleinzelhandels ein größeres Gewicht entgegen zu setzen". Die CDU-Fraktion sieht die Ursache für die sinkenden Milchauszahlungspreise in der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels. Um hier Abhilfe zu schaffen und die Verhandlungsposition der Molkereien gegenüber dem Handel zu stärken, ist eine stärkere Bündelung der Verkaufsmengen in einer eigenen „Vermarktungsplattform“ sinnvoll, schreibt die CDU-Fraktion in einem Antrag an den niedersächsischen Landtag.

Bayerischer Milchgipfel in Brüssel

In Brüssel findet heute der traditionelle Milchgipfel des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner statt. Auch der bayerische Milchpräsident Günther Felßner wird dabei sein. Er äußerte sich im Vorfeld zur Situation am Milchmarkt: „Die desaströse Situation liegt nicht nur in globalen Problemen wie dem Russland-Embargo und der schwächelnden Weltwirtschaft begründet. Auch falsche Weichenstellungen bei der Wettbewerbsfähigkeit und immer weiter steigende Auflagen für die Milchbauern sind verantwortlich für diese Ausnahmesituation“.

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