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Glosse

Bäuerliche Weihnachten trotz Coronavirus

Weihnachtskrippe Rottenburg mit Hirten
am Donnerstag, 24.12.2020 - 08:30 (Jetzt kommentieren)

Corona, dies garstige Virus, scheint alles unter sich zu erdrücken. Doch, halt! Die Weihnachtsgeschichte, natürlich in zeitgemäßer Erzählung, nimmt Last von allen Schultern.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass eine Empfehlung von der Ständigen Impfkommission ausging, dass alle Welt sich impfen lassen solle, allerdings unter Berücksichtigung der Risikostufen, Impfquoten, der Erhebungen zur Impfakzeptanz sowie der Studien zur Impfeffektivität und -sicherheit.

Da machte sich auch der Landwirt Josef, aus dem kleinen Weiler Hintertupfing, auf, dass er sich impfen ließe, denn als Berufsgruppe in der kritischen Infrastruktur fiel er in die Stufe 5. Er ging mit seiner Frau Maria, die war schwanger.

Fürchtet Euch nicht

Als die Zeit kam, da Maria gebären sollte, mussten Maria und Josef so lange vor dem Krankenhaus warten, dass sie beschlossen, sich eine Herberge zu suchen. Sie fanden jedoch keinen Raum, denn ein Beherbergungsverbot war in Kraft und sie wussten nicht, dass es in einigen Tagen durch ein Gerichtsurteil gekippt werden sollte.

Ein Berufskollege erlaubte ihnen schließlich, in einem Tierwohlstall zu übernachten, dessen Bau im Außenbereich er jüngst mit Hilfe eines Agrarinvestitionsförderungsprogrammes gestartet hatte, an dem die Arbeit aber wegen Protesten einer Bürgerinitiative ruhten. Dort gebar Maria ihren ersten Sohn und legte ihn in eine Futterkrippe.

Simon Michel-Berger

Es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die hüteten des Nachts mit großen Herdenschutzhunden und hinter wolfssicheren Zäunen ihre Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie. Sie aber fürchteten sich sehr. Der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einem Tierwohlstall liegen.“ Alsbald erschienen bei dem Engel die himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“

Mutig trotz Corona-Auflagen

Da machten sich die Hirten auf den Weg zum besagten Stall, denn es war der Einzige weit und breit, der wegen der Unsicherheit auf den Märkten und in der Politik momentan neu gebaut wurde. Sie hielten aber dabei Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander, sangen, lachten und sprachen nicht, verzichteten auf Umarmungen oder Händeschütteln und niesten nur in ihre Armbeugen. Auch trugen sie FFP-2 Masken, denn das Durchschnittsalter von Berufsschäfern lag nahe an den 60 Jahren, ab denen die Regierung kostenlose Masken verteilte. So kamen die Hirten im Schein ihrer Handys, auf denen sie regelmäßig die Corona-Warn-App überprüften, dann zu dem Stall.

Keine Schwierigkeiten bereitete den Hirten das Desinfizieren ihrer Hände, denn sie waren es ohnehin gewohnt, ihre Kleidung und Stiefel außerhalb des Stalles gegen dortige Gewänder zu tauschen. Sie fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

Die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott und alles, was sie gehört und gesehen hatten. Sie wussten, dass es keine Not gab, die nicht zu überstehen war, keine noch so hohen Corona-Fallzahlen und keine noch so garstigen Virusmutationen, solange man die Probleme anpackte mit den Worten des Engels „Fürchtet Euch nicht“ im Herzen und mit Essen im Bauch.

Die Rolle der Landwirte

Dafür aber, dass niemand Hungern müsse, sorgten die Hirten und alle anderen Nutztierhalter, gemeinsam mit den Ackerbauern schon seit Jahrtausenden. Das würden sie und ihresgleichen auch noch tun, wenn längst niemand mehr sich daran erinnern würde, was Corona jemals gewesen war.

Fröhliche Weihnachten!

agrarheute wünscht schöne Weihnachten

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