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Wirtschaft

BASF sichert sich Kredite für Syngenta-Gebot

aiz
am
06.08.2015

Frankfurt/Basel - Der deutsche Chemiekonzern BASF bereitet Insidern zufolge ein mögliches Gegengebot für den von Monsanto umworbenen schweizerischen Agrarchemieriesen Syngenta vor.

Der Ludwigshafener Konzern habe sich bei großen Banken ein Finanzierungspaket gesichert, das für einen Kauf von Syngenta ausreiche, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider sagte, BASF habe sich vorsorglich 50 Mrd. Dollar (45,6 Mrd. Euro) gesichert. Damit wolle BASFMonsanto Paroli bieten können, falls sich die Amerikaner gegen den Widerstand des Syngenta-Managements durchsetzten.
 
"BASF wird sich nicht als Erster bewegen, sondern würde nur reagieren", sagte einer der Insider. BASF habe ein Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug komme, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden, sagte ein Investmentbanker. BASF und Syngenta wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Syngenta wehrt sich gegen Übernahme

Am Ende könnte eine Übernahme nur mit rund 30 Mrd. Dollar (27,3 Mrd. Euro) an Krediten finanziert werden, den Rest könnte BASF in bar oder mit einer Kapitalerhöhung stemmen, so die Insider. Monsanto bietet derzeit 45 Mrd. Dollar (41 Mrd. Euro). Syngenta wehrt sich nach Kräften gegen einen Verkauf. "Wir haben 2011 nein gesagt, wir haben 2012 nein gesagt, wir haben 2015 nein gesagt. Welchen Teil von nein verstehen sie nicht?", hatte Syngenta-Chef Mike Mack kürzlich seine Ablehnung bekräftigt. Das Management habe die wichtigsten Investoren hinter sich.
 
Am liebsten wäre es BASF, wenn sich am Status Quo nichts änderte, sagte einer der Insider. Eine Übernahme von Syngenta durch BASF würde zwar bei den Wettbewerbshütern auf Widerstand stoßen und wäre deshalb schwer machbar. Doch BASF wolle einem Konkurrenten nicht ohne Weiteres den Vortritt lassen. Der deutsche Konzern kommt in seiner Pflanzenschutz-Sparte mit 5,4 Mrd. Euro Umsatz auf einen Weltmarktanteil von 11 Prozent und ist damit die Nummer drei hinter Syngenta und Bayer. 
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