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Dorf und Familie

Bauer Willi: In 7 Schritten zum 'perfekten' Verbraucher

Alex/nc
am
03.06.2015

Alex, eine Studentin, die "fachfremd" ist, sich aber mit dem Thema Landwirtschaft beschäftigt, erklärt in sieben Schritten, wie jemand zum "perfekten" Verbraucher werden kann. Aber Vorsicht: Ironie ...

Die folgenden "sieben Schritte zum perfekten Verbraucher" stammen von Alexandra. Alexandra studiert, veröffentlich aber auch auf der Internetseite von Bauer Willi Artikel zum Thema Landwirtschaft.

Ihr neuester Artikel tropft vor Ironie - was nicht böse zu verstehen ist. Schließlich ist Alexandra selbst Verbraucherin. Wir haben den Artikel für Sie in Kürz zusammengefasst.
 

1. Glauben Sie nur, was Sie sehen

Seien Sie kritisch und schauen Sie sich die Verpackungen der Lebensmittel genau an. Sind weidende Kühe auf dem Joghurtbecher, der Milchtüte oder gar dem Paket Hackfleisch zu 1,69 Euro abgebildet? Greifen Sie zu! Jeder weiß ja schließlich, dass Weidehaltung für Rinder das Beste und Natürlichste ist.
 
Keine Angst vor Fertigprodukten - sie sind zwar industriell verarbeitet aber dafür werden alle Inhaltsstoffe fein säuberlich aufgelistet. Im Zweifel kaufen Sie einfach Bio

2. The Bio, the better

Sie sind gegen Massentierhaltung und Agrarfabriken? Mit dem Kauf von Bioprodukten lässt sich das leicht umgehen. Da kann es auch gerne aus dem Discounter sein. Dort ist Bio nur ein wenig teurer als konventionelle Ware. Aber sie  werden sicher einen Weg gefunden haben, diesen niedrigen Preis nicht durch Masse zu erreichen ...

3. Regional? Saisonal? Egal?

Kaufen Sie regional ein - nein, nicht im regionalen Supermarkt, regionale Ware! Die gibt es dort schließlich auch. Je größer das dazugehörige Hinweisschild für "Deutsche Zwiebeln", desto kürzer ihr Weg! So können Sie sich auch den Weg zum nächsten Hofladen sparen. Der hat eh nicht alles, was Sie brauchen.
 
Kaufen Sie Saisonware! Zur Not lagern Sie eben selbst ein. Machen Sie schon, fast ausschließlich? Dann teilen Sie bitte Ihre große Rezeptsammlung für Kohl, Wirsing und Steckrüben!

4. Für Sie und Ihre Familie nur das Beste

Umgeben Sie sich mit Schönem! Ein knallroter, glänzender, makelloser Apfel strotzt nicht nur vor Vitaminen, er macht sich auch noch gut in der Obstschale. Gleichzeitig unterstützen Sie die Entwicklung neuer Sorten - den alten, fleckigen Schrumpelkram mag ja schließlich keiner mehr mit ansehen. 

5. Achten Sie auf völlige Genfreiheit

Gene sind gefährlich, veränderte noch mehr - schließlich kommt so etwas in der Natur nicht vor! Vertrauen Sie der Kennzeichnungspflicht und haben Sie keine Scheu vor Fertigprodukten, denn: Drin ist, was draufsteht!  Schließlich wäre es undenkbar, unwissentlich Käse zu essen, der mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen im Lab hergestellt wurde.

6. Noch besser: Werden Sie zum Selbstversorger

Was ein Bauer kann, kann schließlich nicht so schwer sein. Und als Ergebnis haben Sie den genauen Überblick, was in Ihrem Essen steckt und die eigene Herstellung spart Geld. Wie, Sie haben keine Möglichkeit, selbst Tiere zu halten? Werden Sie doch Veganer! Nein? Dann versuchen Sie es zumindest mit Gemüse:  Bauen Sie doppelt so viel an, wie Sie theoretisch benötigen. Die Hälfte davon wird Ihnen von diversen Insekten, Schnecken und Vögeln weggefressen werden.

7. Zum Schluss: Haben Sie ein reines Gewissen

Ihre Küche und Vorratskammer ist voll mit selbst angebauten, regionalen, saisonalen oder biologisch erzeugten Produkten? Glückwunsch! Sie dürfen sich ausruhen! Und nachdem Sie bewusst einkaufen waren, gönnen Sie sich doch eine Currywurst oder ein Brathähnchen vom Stand vorm Supermarkt. Kostet auch nur die 2 Euro. Alles vollkommen gerechtfertigt: Einkaufen macht schließlich hungrig.   
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