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Demonstration

Bauern blockieren DMK-Molkerei

Land und Forst/dpa
am
23.02.2016

Hannover/Edewecht - Wütende Milchbauern machten am Montag im Ammerland ihrem Ärger über den Verfall der Preise Luft, den die Molkereien ihnen für die angelieferte Milch zahlen. Mit rund 30 Treckern und Anhängern blockierten sie die Zufahrt zum DMK-Milch- und Käsewerk in Edewecht.

Seit Mitte 2014 ist der Erzeugerpreis für Milch um 13 Cent je Liter gesunken, schimpfen die demonstrierenden Milchviehhalter. Damit stecken die Landwirte in einem Dilemma: Die sinkenden Preise auch bei Schweinen sowie ein stockender Export treiben die Branche finanziell in die Klemme. Andererseits steigen die Anforderungen von Politik und Verbrauchern bei Tierwohl, Lebensmittelqualität und Umweltschutz.

"Die Landwirte wissen nicht, wie das bezahlt werden soll", sagt der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes in Hannover, Jörn Johann Dwehus. Schon für die nötigen Anschaffungen fehle derzeit das Geld.

Betriebe stecken in Schwierigkeiten

"Das Investitionsklima geht gegen null", sagt Dwehus. "Man muss schon von einer Krise sprechen, die die Landwirtschaft in Niedersachsen erreicht hat." Vor dem Start in die neue Saison sind die Aussichten für die Milchbauern besonders düster. "Das nimmt dramatische Züge an, ein Viertel bis ein Drittel der Betriebe stecken in sehr großen Schwierigkeiten." Betroffen ist ebenfalls ein zweites Standbein der Branche in Niedersachsen: "In der Schweinemast sind die Preise auch nicht mehr auskömmlich."

Investitionsbereitschaft ist rückläufig

"Die aktuelle Investitionsbereitschaft ist rückläufig", sagt Volker Mahnken, Geschäftsführer der Norddeutschen Bauernsiedlung, die Investitionsvorhaben der Landwirte betreut. Neben der schlechten Marktsituation machten es Auflagen immer schwieriger, Baugenehmigungen für neue Ställe zu erlangen. Verunsichert seien Landwirte auch durch die gesellschaftliche Diskussion über mehr Tierwohl. Sie wüssten nicht, worauf sie sich einrichten müssten, sagt Mahnken.

Ein Blick zu den Nachbarn

Die protestierenden Milchbauern in Edewecht unterdessen schauen für eine Lösung ihrer akuten Probleme Richtung Niederlande. Friesland-Campina, die größte Molkerei des Nachbarlandes, führte Anfang des Jahres für sechs Wochen einen Bonus von zwei Cent je Liter für diejenigen Milcherzeuger ein, die ihre Menge nicht mehr gesteigert oder sogar reduziert hätten. Der Grund lag allerdings darin, dass eine neue Fabrik nicht wie geplant in Betrieb gehen konnte. Etwa 60 Prozent der dortigen Milcherzeuger machten mit und verringerten die Milchmenge in der kurzen Zeit um 35 Millionen Liter.

 

Landwirte demonstrieren unter dem Motto „Wir machen euch satt!“

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