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Politik national

Bauern-Demo: Heute protestieren 2.000 in Hannover

von , am
18.09.2015

Gestern haben sich etwa 100 emsländische Landwirte mit ihrem Schlepper auf nach Hannover gemacht, um heute vor dem Landwirtschaftsministerium gegen die Landes-Agrarpolitik zu demonstrieren.

Viele junge Landwirte sehen keine Perspektive in der Landwirtschaft. © Landvolk Emsland
Unter dem Motto "Perspektive statt Agrarwende" hat das Landvolk Niedersachsen für heute in Hannover zu einer Demonstration aufgerufen. Ab 11 Uhr ziehen die Teilnehmer von der HDI-Arena mit einem Zwischenstopp am Landwirtschaftsministerium zum Steintor, wo eine zentrale Kundgebung vorgesehen ist.
 
Das Landvolk rechnet mit etwa 70 Treckern und rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten ländlichen Raum. Mit einer Sternfahrt haben sich die emsländischen Landwirte bereits gestern auf den Weg gemacht. Zur Bildergalerie der Sternfahrt...

'Landesregierung Schuld am schlechten Image'

Niedersachsens Landwirte fühlen sich durch zahlreiche Äußerungen der Landesregierung zu Unrecht in ein schlechtes Bild gerückt, erklärt das Landvolk Niedersachsen. "Unsere Bäuerinnen und Bauern vermissen jegliche Wertschätzung ihrer Arbeit, unseren Hofnachfolgern fehlt zurzeit vielfach der Glaube an eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft in der Landwirtschaft. Bauernfamilien berichten sogar, dass ihre Kinder in der Schule gemobbt werden", schildert Landvolkpräsident Werner Hilse. "Die Politik muss unseren bäuerlichen Familien endlich wieder echte Perspektiven aufzeigen", fügt er an.
 

AbL: "Bauernverband ist gescheitert"

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) verurteilt die Landvolk-Demo. Der Vorwurf: "Die geplante Kundgebung soll von der gescheiterten Landvolk-Strategie ablenken", heißt es in der Pressemitteilung der AbL. Die Landvolk-Spitze lenke mit "plumper Falschpropaganda" die Verzweiflung vieler Bauernfamilien zu Unrecht gegen die laufende Agrarwende der rotgrünen Landesregierung.
 
Der AbL-Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann verwies darauf, dass die Strategie des Bauernverbands auch unter den Landvolk-Mitgliedern mittlerweile als unglaubwürdig und perspektivlos empfunden werde. Viele Landwirte blieben nur deshalb noch im Bauernverband, weil dieser sich wichtige, eigentlich öffentliche Zuständigkeiten (z.B. in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung) angeeignet habe und weil maßgebliche Landvolk-Mitglieder über die Landwirtschaftskammer noch viel Einfluss hätten.
 
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