Login
Dorf und Familie

Bauernproteste, Stallbaugegner und Größe des Futtermischwagens

Matthias Ludwig
am
11.09.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Wie groß muss der Futtermischwagen sein? Welchen Eindruck machen die Bauernproteste in Brüssel und sind Stallbaugegner sogar nützlich?

Wie groß muss ein Futtermischwagen mindestens sein?
 
FloriGri fragt: "Ich möchte mir einen Futtermischwagen zulegen. Welche Größe muss der mindestens haben? Hier meine Daten: 35 Stück Fleckviehkühe mit ca. 8500 kg/Jahr plus Nachzucht Fütterung derzeit Grassilage, Heu, Biertreber... später evtl. noch Maissilage dazu. Ich dachte an einen Vertikalmischer wie Siloking usw. Alternativ würde mir aber auch ein Keenan gefallen."
 
Darky meint: "Bei den Zutaten würd ich zu 8 m3 tendieren...hatte selbst nen Kuhn Vertimix u das war'n richtig guter Mischer.... Gras und Heu bauschen halt auf...  Bei viel Mais in der Ration kann man da sparen.... wennst aber auch mal für 2 Tage mischen willst, dann spar nicht am Volumen...."
 
Auch BadFarmer empfiehlt: "Die selben Kriterien hatte mein Bruder auch. Hat sich für einen Siloking mit 8m³ entschieden. Kalbinnen füttert er zweitägig. Und bei den Kühen kann er am WE auch zweitägig füttern"
 
Matthias ergänzt noch: "Der Keenan muss aber ein ganzes Stück größer sein 10m³ wenigstens wenn man ihn mit einem 8m³ Vertikalmischer vergleicht."

Proteste in Brüssel: "Je suis gewaltbereiter Krawallmacher'

Das meint Ackergauldrei und präsentiert den Link zu den Brüsseler  Bauernprotesten: [www.rtbf.be]"
 
The_Fox schreibt dazu: "Aus welchem Land diese Leute stammen ist nebensächlich. Denn in der Berichterstattung und in den Köpfen unserer Mitbürger wird das alles nur als die Taten von "den Bauern" gesehen werden. Quasi ein unfreiwilliges "je suis gewaltbereiter Krawallmacher" für alle von uns."
 
Auf die Aussage von altilla: "Warum? Niemand muss sich für andere schämen bzw. für etwas schämen, wofür er nicht verantwortlich ist. Oder warst du vielleicht heute in Brüssel mit deinem Trecker?" antwortet Ackergauldrei: "Unter Bauern wird nicht differenziert. Ich bin einer auf dem Trecker und werde mit den mutmaßlich kriminellen die Menschenleben gefährden in Brüssel auf einen Nenner gebracht. Ich weiß auch überhaupt nicht, wer da wogegen demonstriert."
 
Frankenfoode schreibt: "Die BDMler setzen alles daran, die deutsche Landwirtschaft in Misskredit zu bringen. Das hat nichts mit Demonstrationsrecht zu tun, das sind Ausschreitungen von Chaoten. Sieht man sonst eher am 1. Mai. Die Reaktionen der Bevölkerung sind durchweg negativ 'Geld für Gewalt'..."

Verhindern die Stallbaugegner den finanziellen Ruin?

Mit dieser außergewöhnlichen  Frage  wendet sich flynntsbach an das Forum: "Fast nahezu täglich vermelden doch die Nachrichtendienste in irgendeiner Form - sei es über die Demos, die Bauernverbände oder direkt von betroffenen Betrieben - Hiobsbotschaften über viel zu niedrige landwirtschaftliche Erzeugerpreise: "Preisverfall bringt Landwirte in Existenznot", "Bauern fürchten den finanziellen Ruin" In der Tat es ist irgendwie sarkastisch und irrwitzig. Aber müssten nicht alle Landwirte, deren Stallbauvorhaben durch diverse Gesetzeslagen und Bürgerinitiativen verhindert wurde, angesichts der nicht mehr kostendeckenden Preise froh darüber sein, dass ihnen dieser Investitionsschritt verwehrt wurde. Wenn Landwirte eisern um eine Genehmigung, gegen die betroffenen Anwohner und Stallbaugegner kämpfen und zur Zeit medienwirksam publik machen, dass die aktuellen Preise ihre Investition und den Fortbestand ihres Betriebes gefährden, was ist das dann? Ironie des Schicksals."
 
raket antwortet entschlossen: "Sarkasmus pur: 'Ja eigentlich sollten die Stallbaugegner und Möchtegernverhinderer eine staatliche Prämie bekommen'. So und jetzt mal im Ernst. Die Landwirte die in diesen schwierigen Zeiten bauen sind alle betriebswirtschaftlich gut aufgestellt, ich meine damit nicht die Großinvestitionen, die fast ausschließlich in den Gewerbebereich gehen und eigentlich auch kein privates Familienunternehmen dahintersteht. Wenn ein Landwirt mit Förderung bauen möchte, wird er erst einmal alle seine Betriebsdaten offenlegen müssen und sein Betrieb wird 100% sowohl in der IST als auch in der ZIELsituation durchgerechnet.
Da wird nicht viel beschönigt und es wird sehr schnell klar, wer bauen kann und wer nicht. Die staatlichen Auflagen besonders in Hinblick auf Tierwohl und artgrechte Haltung sind so extrem hoch, dass es fast eine Frechheit ist, sich von pseudo Tierschützern auch noch das Leben schwer machen zu lassen."
 
Auch nurich meint: "Nur schade, dass die 'gegen alles Lobby', die Jammerer nicht vor ihren alten Ställen bewahren können. Denn die meisten, die investiert haben, sehen die momentane Situation doch eher als eine vorübergehende Krise. Die Stallverhinderer sind leider immer mehr ein unnötiger Kostenpunkt, den man in die Betriebsentwicklung mit einplanen muß. Vllt wäre es auch mal einen Gedanken wert, darüber nachzudenken, warum Betriebe in neue Ställe investieren? Tierhaltungsbedingungen, Arbeitsbedingungen, Einkommenssicherung sind nur mal einige Beispiele"

AMS: Einbox- und Mehrboxanlagen - die Unterschiede

Rocknrolldirk kommentiert einen Artikel auf agrarheute.com: "Ein sehr wichtiger Beitrag! Aber Mehrboxanlagen sind wohl ein Konzept von gestern, das nicht mehr weiter verfolgt wird. Die Stärke sollte ja sein, dass nur ein teurer Ansetzarm benötigt wird um 2-5 Boxen zu bedienen. Allerdings ist ein Ansetzarm gar nicht so teuer, dass es sich lohnt, die damit verbundenen Nachteile hinzunehmen. GEA wendet sich vermutlich aus diesem Grund von dem erst vor ein paar Jahren erworbenen Konzept ab und bietet jetzt auch Einboxanlagen an. Beim automatischen Melkkarussell (korrigiert mich wenn ich falsch liege!) hat soweit ich weiß jeder Melkplatz eine Ansetzeinheit. Wo die Vorteile einer solchen Anlage liegen sollen, erschließt sich mir (noch) nicht. Jedenfalls ist die Mehrboxanlage nur noch ein Nischenprodukt, das bei freiem Kuhverkehr (gelenkter Kuhverkehr dürfte auch weitgehend verschwinden, weil er teuer einzurichten ist und mit Zwang arbeitet, während die Kuh im freien Verkehr zum Roboter WILL) durch die an einem Punkt konzentrierte Lage gewisse Nachteile mit sich bringt und die Möglichkeit einer Frischmelker/Krankengruppe mit selbsttätigem Zugang aus einem anderen Stallabteil sehr schwierig bis unmöglich macht." 
 
Darauf schreibt doschdi: "hat GEA nicht den Neuen entwickelt um den roten speziell in Betrieben mit bis zu 70 Melkenden Dampf zu machen, weil ein abgespecktes modulares System für diese Betriebe mit nur einer Box dann doch zu teuer war. Oder man will sich einfach die Preise nicht kaputt machen, kann auch sein."
 
Dem entgegnet Blasi: "Ich weiß nicht, ob das GEA im Kreuz hat, momentan macht eher Lely Gea Dampf, zumindest in unserer Region."
 
Matthias gibt noch einen Kommentar zu der Frage nach dem Melkkarusell: "Ich denke das Automatische Melkkarusell wird in Zukunft einfach eine Anlage sein wie jeder Industrieroboter der durch eine Arbeitskraft überwacht wird und dieser die schwere Arbeit abnimmt. Dafür sind die momentanen Modelle aber noch zu klein und haben zu geringe Durchsätze, dass sich der enorme Mehraufwand lohnt. Ich denke in 20 Jahren setzt kaum noch einer mit Hand an was auch sinnvoll ist wenn man sich mal die Taktzeiten in einem 60er oder 80iger Melkkarusell anschaut... Das mal 8 Stunden, Knochenmühle pur." 
Zum Thema:        https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/68958/page/1/

    Weitere interessante Themen der vergangenen Woche:

    Auch interessant