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Politik national

Bauerntag: Die GAP ist in Gefahr

von , am
26.06.2013

Berlin - DBV-Präsident Joachim Rukwied eröffnete heute den Bauerntag in Berlin. Nach einer emotionalen Rede gab es Standing Ovations und tosenden Applaus.

DBV-Präsident Joachim Rukwied begeisterte mit seiner Eröffnungrede auf dem Bauerntag 2013. © Fritz
Natürlich standen heute die Gemeinsame Agrarpolitik und die Entscheidungen aus Brüssel im Mittelpunkt der Eröffnungsrede des DBV-Präsidenten Joachim Rukwied. Er betonte, das er am Montag mit keinem wirklich guten Gefühl aus Luxemburg nach Berlin gefahren sei. Für Rukwied ist die Gemeinsame Agrarpolitik in Gefahr. "Wir laufen Gefahr uns von einer zukunftsorientierten und gemeinsamen Agrarpolitik zu verabschieden. Nationale Interessen stehen zunehmend in den Fokus", betonte Rukwied. Vor allem die neuen Mitgliedstaaten aus dem östlichen Europa und die Mittelmeer- Anreihnerstaaten würden mehr und mehr auf eine retrospektive Agrarpolitik - auf eine Agrarpolitik der 80-er Jahre in der Mengenregelungen und Interventionspreise eine entscheidende Rolle spielen - setzen.

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Auf die Nationale Umsetzung kommt es an

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat den DBV-Präsidenten in der vergangenen Nacht per SMS über die Ergebnisse der Verhandlungen in Brüssel informiert. "Wir haben nach äußerst harten Verhandlungen abgestimmt. Es gibt positive und negative Elemente, hieß es in der SMS." Haupthemen seien die Verlagerungen der 1. in die 2. Säule, dass Greening und eine gemeinsame Marktordnung. Nach wie vor ist vorgesehen, dass zwischen der ersten und der zweiten Säule eine Umverlagerung von 15 Prozent stattfinden kann - in beide Richtungen. Die Verlagerung in die zweite Säule müsse nicht kofinanziert werden, was laut Rukwied eine Große Gefahr für die Landwirte ist. "Das ist, eine Art Selbstbedienungsladen". Beim Greening befinden wir uns möglicherweise auf einem akzeptablen Weg, so Rukwied. Es sollen Äquivalenzmaßnahmen angerechnet werden können. So zum Beispiel der Anbau von Zwischenfrüchten." Über eine Art Milchquote werde seit heute morgen wohl nicht mehr ernsthaft diskutiert, allerdings gebe es noch keine Entwarnung, denn nach wie vor besteht die Meinung, dass man in den Milchmarkt eingreifen müsse. "Egal wie entschieden wird, es kommt auf die nationale Umsetzung an", betonte Rukwied.

Ohne Ökonomie geht es nicht

Hochemotional zeigte sich Rukwied, hinsichtlich der Diskussionen um Tierwohl und Tierschutz. Beschuldigungen diverser NGO’S würden ihn persönlich unterhalb der Gürtellinie treffen. Vorwürfe gegen die Bauern würden ihn auf die Palme bringen, betonte Rukwied. "Wir halten unsere Tiere, tiergerecht und wirtschaften umweltgerecht. Ohne Tierhaltung hat die deutsche Landwirtschaft keine Zukunft!" Morgen wird der DBV deshalb ein eigens Leitbild zur Nutztierhaltung für eine tiergerechte, zukunftsfähige aber auch wettbewerbsfähige Tierhaltung. "Denn ohne Ökonomie, können Sie alles vergessen", sagte Rukwied zum Abschluss. Rukwieds Rede wurde von den anwesenden im Saal mit begeistert aufgenommen.
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