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Politik national

Bauernverband fordert steuerfreie Risikorücklage

von , am
08.10.2010

München - Als ein Jahr der Wetterextreme wird das Erntejahr 2010 bei den bayerischen Bauernfamilien in Erinnerung bleiben. In einigen Regionen konnte das Getreide gar nicht geerntet und musste untergepflügt werden.

© agrarfoto.com

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes forderte deshalb Rahmenbedingungen ein, um die Wetterrisiken und die Volatilität auf den Märkten abfedern zu können. Das Präsidium bekräftigte damit eine Forderung des BBV-Landesfachausschusses für Pflanzliche Produktion.

Das Fachgremium unter Vorsitz von BBV-Bezirkspräsident Leonhard Keller bestätigte die bayernweit massiven Qualitätseinbußen bei Getreide. Vielfach konnte Brotgetreide aufgrund von Auswuchs nur noch als Futtergetreide oder Rohstoff für Biogasanlagen verwendet werden.

Jahr der Wetterextreme

Im Vergleich zu Durchschnittsjahren werde nicht einmal die Hälfte der Menge an qualitativem Mahlgetreide erreicht. Die Folgen der Ernte 2010 werden hinsichtlich der Anbauplanung noch in das Jahr 2011 wirken. So musste in vielen Gebieten Bayerns die Rapsaussaat deutlich eingeschränkt werden. An die Bayerische Staatsregierung richtete deshalb der Landesfachausschuss die dringende Bitte, unbürokratische Ausnahmen im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) zuzulassen.

Risiken abfedern

Die Vertreter der Bäckereien forderte Keller auf "die Dimensionen bei der Preisdiskussion zu wahren. Denn nur 45 Gramm Brotgetreide sind in einer Semmel und 500 Gramm Brotgetreide in einem Pfund Brot verarbeitet. Bei einem Brotgetreidepreis von 22 Euro je Dezitonne liegt der Rohstoffkostenanteil damit derzeit bei 0,99 bzw. 11 Cent." Um die Risiken von Wetterextremen und die Preisvolatilität der Agrarmärkte abfedern zu können, forderte der Landesfachausschuss die Politik auf, eine steuerfreie Risikorücklage einzuführen und damit Rahmenbedingungen für ein eigenverantwortliches Risikomanagement zu schaffen. (bbv)

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