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Politik international

Bauernverband präsentiert Visionen für die Zukunft

von , am
08.01.2010

Bern - An seiner Jahrespressekonferenz bekräftigte der Schweizerische Bauernverband (SBV) seine Forderungen, die Verhandlungen für ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU seien sofort abzubrechen und der bilaterale Weg fortzusetzen.

SBV-Präsident Hansjörg Walter © Werkbild

Damit es für die Bauernfamilien eine Vision für die Zukunft gebe, müssten die politischen Weichen neu gestellt werden, erklärte SBV-Präsident Hansjörg Walter am fünften Januar vor den Medien im seeländischen Ferenbalm. Dazu gehöre auch, dass das Direktzahlungssystem bei seiner Weiterentwicklung konsequent auf eine produktive Landwirtschaft ausgerichtet werde.

"Es muss möglich sein, mit dem Erlös aus dem Produktverkauf plus Direktzahlungen ein angemessenes landwirtschaftliches Einkommen zu erzielen", sagte Walter. Der Bauernverband wünscht sich die Aufrechterhaltung einer vielfältig produzierenden Landwirtschaft auf Basis von Familienbetrieben. Diese Mannigfaltigkeit mache agil und aktionsfähig und damit fit für die Zukunft. Der Boden als wichtigste landwirtschaftliche Produktionsgrundlage müsse in allen politischen Fragen, zum Beispiel bei der Raumplanung, besser geschützt und erhalten bleiben. Sämtliche landwirtschaftlich relevanten politischen Instrumente müssten diese Linie konsequent verfolgen und aufeinander abgestimmt sein.

Auch Doha-Runde müsse neu aufgegleist werden

Die Beschlüsse von Hong Kong, Exportsubventionen abzubauen, seien als erstes umzusetzen. Den jungen Menschen in einer landwirtschaftlichen Ausbildung falle es schwer, konkret zu planen. Damit sie wüssten, worauf sie sich einstellen müssten, brauche es eine klare Vision. Für die Schweizer Landwirtschaft seien grundsätzlich drei Wege denkbar: Erstens Nebenerwerbslandwirtschaft, wie sie in Österreich oder Baden-Württemberg vorherrscht. Zweitens die Konzentration auf wenige, dafür grosse und im europäischen Umfeld möglichst konkurrenzfähige Betriebe in den topografisch günstigsten Lagen. Drittens den mit den Reformen vor 15 Jahren eingeschlagenen Weg weiter verfolgen: Eine ökologische und tierfreundliche Produktion, die sich an den Bedürfnissen der Schweizer Bevölkerung orientiere und die in der Verfassung verankerten, multifunktionalen Aufgaben wahrnehmen könne. (lid)

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