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Wirtschaft

Bayer CropScience investiert in Glyphosat-Alternative

aiz
am
06.09.2013

Monheim - Nach ununterbrochenen Verkaufszuwächsen seit dem Jahr 2007 geht der Umsatz bei Bayer CropScience für das Jahr 2013 in Richtung 9 Milliarden Euro. Jetzt soll noch stärker investiert werden.

Dies gab gestern der Vorstandsvorsitzende Liam Condon bei der traditionellen Jahrespressekonferenz in Monheim bekannt. Im Jahr 2015 sollen die Verkäufe auf bis zu 10 Milliarden (Mrd.) Euro anwachsen. Die starke Nachfrage veranlasste Bayer CropScience, sein Investitionsprogramm um 1 Mrd. Euro aufzustocken. Die Gesamtinvestitionen für den Zeitraum 2013 bis 2016 werden sich somit auf 2,4 Mrd. Euro belaufen. Ein Großteil davon soll für den Pflanzenschutz aufgewendet werden, aber auch der Bereich Saatgut soll davon profitieren, so Condon, der seit 01. Dezember 2012 den Teilkonzern leitet.
 
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) für das Unternehmenssegment im Jahr 2012 betrug 24 Prozent. Für 2013 erwartet Condon eine leichte Verbesserung und mit Blick auf 2015 kalkuliert der Teilkonzern eine Marge auf "derselben Ebene" zwischen 24 und 25 Prozent.
Übernahmen plant Bayer CropScience im Segment Saatgut und hier vorrangig in den USA und Lateinamerika, womit das Unternehmen seine Marktanteile besonders bei Sojabohnen ausweiten möchte. Ein Großteil des Investitionsvolumens soll aber in die Produktionssteigerung wichtiger Pflanzenschutzmittel fließen. "Die Nachfrage nach unseren Produkten nimmt so stark zu, dass wir unsere Versorgungs-Kapazitäten deutlich verstärken werden", erklärte Condon.

Glufosinat-Ammonium als Glyphosat-Alternative

Ein bedeutender Teil des geplanten Investitionsbudgets wird in die Neuerrichtung einer Produktionsanlage für das Herbizid Glufosinat-Ammonium - eine Alternative zu Glyphosat - fließen. Anlass gibt eine Vielzahl von resistenten Unkrautarten vor allem in den USA. Rund die Hälfte der US-Farmer hätte mit Glyphosat-unempfindlichen Unkräutern zu kämpfen und die Situation werde sich weiter verschärfen, wie Condon darlegte. Abhilfe soll die neue Produktionsanlage für Glufosinat-Ammonium in Mobile im US-Bundesstaat Alabama bringen.
 
Das Produkt soll unter dem Markennamen "Liberty" vertrieben werden. Rund 380 Mio. Euro wird die Anlage kosten, die Ende 2015 in Betrieb gehen soll. "Mit Fruchtfolgen, dem Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und dem Wechsel zwischen verschiedenen Herbizidtoleranzen lassen sich Unkrautresistenzen vermeiden oder zumindest verzögern. Mit nur einer einzigen Strategie bekommt man das Problem dagegen nicht vollständig in den Griff", ergänzte Condon.

Ausbau des Saatgutgeschäfts

Bayer CropScience will auch sein Saatgutgeschäft ankurbeln und seine Marktstellung in etablierten Anbaukulturen wie Gemüse, Reis, Raps und Baumwolle weiter stärken sowie deutliche Marktanteile bei Sojabohnen und Weizen gewinnen. "Wir investieren weiter in unser Sojageschäft, unter anderem durch strategische Zukäufe in Lateinamerika, und wollen so zu einer schnellen und gezielten Entwicklung bestimmter Pflanzeneigenschaften beitragen", erklärte Condon und wies besonders auf die Bekämpfung von Fadenwürmern (Nematoden) hin, an der Bayer CropScience zurzeit im Bereich Sojabohnen forscht.
Weizen bildet den zweiten Investitionsschwerpunkt im Saatgutgeschäft von Bayer CropScience. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Entwicklung von Hochertragssorten, von denen die ersten voraussichtlich 2015 auf den Markt kommen sollen. 
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