Login
Wirtschaft

Bayer CropScience setzt sich neue Ziele

pd
am
15.09.2011

Monheim - Die Zukunft von Bayer CropScience soll auf vier Säulen ruhen. Pflanzenschutzmittel der WHO-Klasse I werden bis Ende des Jahres aus dem Sortiment genommen.

"Wir konzentrieren uns in unserem Geschäft darauf, Antworten auf den Hunger nach Agrarrohstoffen einer sich rasant wandelnden Welt zu finden", sagte Sandra E. Peterson, Chief Executive Officer heute bei der Jahrespressekonferenz. "Dazu müssen wir uns zielgerichtet aufstellen, unsere Effizienz verbessern und das Innovationstempo erhöhen. Unsere Anstrengungen in dieser Hinsicht schlagen sich in den Geschäftsergebnissen von Bayer CropScience bereits positiv nieder."

Vier Kernziele

Peterson kündigte an, die Unternehmensentwicklung durch die Konzentration auf vier Kernziele vorantreiben zu wollen:
  • die Verjüngung des Pflanzenschutz-Geschäftes,
  • die Verstärkung der Kundenorientierung entlang der gesamten Wertschöpfungkette,
  • die Neuausrichtung der Innovationstätigkeit durch erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung,
  • den Ausbau des Geschäfts mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften.
Pflanzenschutzmittel der WHO-Klasse I fliegen raus
 
Bayer CropScience baut derzeit sein Crop-Protection-Geschäft um: Ältere Produkte laufen aus, der Fokus wird verstärkt auf wichtige Produktfamilien ausgerichtet, die Präsenz in Wachstumsmärkten ausgeweitet und der Produktions- und Lieferprozess wird weiterentwickelt.
 
Bis Ende kommenden Jahres will Bayer CropScience alle Insektizide der WHO-Klasse I aus dem Portfolio nehmen. "Bis Ende 2012 wird Bayer CropScience keine Produkte mit dieser Einstufung mehr haben", sagte Peterson. Pflanzenschutzmittel dieser Kategorie sollen durch moderne, zielgerichtete und umweltfreundlichere Substanzen ersetzt werden.
 
Mehr Investitionen in Saatgut, Pflanzeigenschaften und Agrochemie-Forschung
 
Die dritte Säule der Strategie besteht in der Neuausrichtung der Innovationen mit einem verstärkten Schwerpunkt auf den Geschäftsbereich BioScience, also Saatgut und Pflanzeneigenschaften, und neuen Wachstumsbereichen in der Agrochemie-Forschung.
 
Um das Wachstum durch neue Produkte voranzutreiben, will das Unternehmen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) im Geschäftsbereich BioScience bis zum Jahr 2015 verdoppeln (2010: rund 200 Millionen Euro). Das gesamte F&E-Budget von Bayer CropScience soll in diesem Zeitraum um rund 20 Prozent auf mehr als 850 Millionen Euro steigen, sagte Petersen.
 
Ausweitung des BioScience-Geschäfts
 
Die vierte Säule der Strategie ist die Ausweitung der Präsenz des Geschäftsbereiches BioScience in bestimmten Kulturpflanzen. Das Unternehmen will sein Geschäft mit
  • Baumwolle,
  • Raps und
  • Gemüse
weiter ausbauen. Bereiche, mit denen das Unternehmen des Wachstum des globalen Marktes für Saatgut und Pflanzeneigenschaften 2010 übertroffen hat - und auch 2011 weiter übertrifft.
 
Darüber hinaus plant das Unternehmen, auch bei Sojabohnen, Reis und Weizen signifikante Marktpositionen zu erreichen, also in drei der vier wichtigsten Flächenkulturen weltweit.
  • Bei Sojabohnen will Bayer CropScience eine breite Basis an Zuchtmaterial und erstklassige Zuchtprojekte aufbauen sowie eine herausragende Pipeline an Pflanzeneigenschaften entwickeln, sagte Peterson.
  • Bei Reis, dem Grundnahrungsmittel mit der weltweit zweigrößten Anbaufläche, will das Unternehmen die Verbreitung von Hybridsorten in Asien vorantreiben und Landwirte mit einem ganzheitlichen agronomischem Programm unter dem Namen "Much More Rice" unterstützen.
  • Weizen wurde ebenfalls in den Kreis der wichtigen strategische Kulturpflanzen für Bayer CropScience aufgenommen, und das Unternehmen stellt erhebliche Ressourcen für die Erforschung und Entwicklung neuer Weizensorten und -eigenschaften bereit. Erste neue Weizensorten würden bis 2015 auf den Markt gebracht werden, kündigte sie an.
Im Bereich Obst und Gemüse will Bayer CropScience bis 2020 einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro erreichen. Im Fokus stünden dabei Saatgut, Pflanzeigenschaften und Pflanzenschutzlösungen.
 
Wertschöpfungskette - stärker auf Landwirte ausrichten
 
Das Unternehmen strebt eine stärkere Kundenorientierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette an, um Lösungen vom Saatgut bis zum Supermarktregal zu bieten. Dazu gehörten eine stärkere Ausrichtung auf die Landwirte und verbesserte Abläufe in den Vertriebskanälen. Hinzu kommen neue Systeme zur Pflege von Kundenbeziehungen, die das mit der Marke verbundene bewährte Know-how nutzen und das erfolgreiche Geschäftsmodell der Food-Chain-Partnerschaften durch Kooperationen mit multinationalen Lebensmittelherstellern und Händlern erweitern, erläuterte Peterson.
 
Rekordumsatz im ersten Halbjahr 2011
 
Im ersten Halbjahr 2011 hat Bayer CropScience einen Rekordumsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielt - das entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Wachstum von elf Prozent. Trotz widriger Witterungsbedingungen in wichtigen Anbauregionen konnten sowohl Crop Protection als auch BioScience in wichtigen Märkten deutlich zulegen.
 
Der Umsatz von Crop Protection stieg währungs- und portfoliobereinigt um zehn Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Das BioScience-Geschäft verbuchte ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 598 Millionen Euro. Mit einem Umsatz von 364 Millionen Euro behauptete sich das Environmental-Science-Geschäft.
Auch interessant