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Wirtschaft

Bayer: Europäisches Weizenzucht-Zentrum eröffnet

pd
am
07.06.2012

Gatersleben - Um vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung neue und qualitativ hochwertige Weizensorten zu entwickeln, hat Bayer CropScience ein Europäisches Weizenzucht-Zentrum in Sachsen-Anhalt eröffnet.

Bayer CropScience trug auch im dritten Quartal wesentlich zur positiven Umsatzentwicklung des Konzerns bei. © BAyer CropScience
Auf dem Gelände der Biotechpark Gatersleben Infrastruktur GmbH begannen die Arbeiten in Gewächshäusern und Labor auf rund 1.400 Quadratmetern. Neben der Entwicklung von Weizensorten mit höherem Ertrag und verbesserten Eigenschaften für den mitteleuropäischen Markt sollen die 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dort aus auch die gesamten Weizenzüchtungsaktivitäten des Unternehmens in Europa koordinieren. Bayer investiert weltweit rund 720 Millionen Euro jährlich in die Forschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Bis zum Jahre 2015 soll der Aufwand auf rund 850 Millionen Euro erhöht werden.

Molekulare Züchtung soll neue Lösungen liefern

„Die Eröffnung des Europäischen Weizenzuchtzentrums ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für unsere Aktivitäten im Bereich Saatgut“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Mitglied des Vorstands der Bayer AG und verantwortlich für Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit bei der Eröffnung. Da sich der Platz für die landwirtschaftliche Nutzung nicht vergrößern lasse, müssten in Zukunft wesentlich höhere Ernten mit allen verfügbaren Methoden erreicht werden. Vor allem die molekulare Züchtung könne dazu neue Lösungen liefern, erklärte Plischke weiter. Bayer wird seine gesamten Weizenzüchtungsaktivitäten künftig von Gatersleben aus koordinieren. Der Biotechpark Gatersleben bietet die optimale Infrastruktur für Bayer. Gleichzeitig wird das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung durch einen intensiven personellen Austausch vom neuen Weizenzuchtzentrum profitieren.

Ertragssteigerung als wichtiges Forschungsziel

Dr. Elmar Weissmann, Leiter des Europäischen Weizenzuchtzentrums, beschrieb die Aufgaben des Zuchtzentrums: „Wir übernehmen die Koordination der gesamten Weizenzuchtaktivitäten in Europa und die Vernetzung mit unseren Zuchtstationen für andere Anbauregionen der Welt. Wichtige Forschungsziele sind die Ertragssteigerung und die effiziente Nährstoffverwertung, so zum Beispiel die Stickstoff- und Phosphoraufnahme. Aber auch die Anpassung von Weizensorten an Klimafaktoren wie Stresstoleranz und Trockenheit oder Hitze stellen uns vor Herausforderungen.“ Außerdem suchen die Züchter nach neuen Sorten, die widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen sind und mit denen sich die Qualität des Erntegutes erhöhen lässt. Ein wichtiges Kriterium ist der Eiweißgehalt. Die Einführung erster Weizensorten ist nicht vor 2015 vorgesehen. Gatersleben in Sachsen-Anhalt bei Quedlinburg gehört zu den international bedeutendsten Forschungszentren für Kulturpflanzen. Der Biotechnologiepark ist Bestandteil der Biotechnologie-Offensive des Landes Sachsen-Anhalt und befindet sich auf einem gemeinsamen Campus mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung.
 
Die eingesetzten Technologien umfassen die gesamte Bandbreite moderner Verfahren inklusive der markergestützten Züchtung, um die Umsetzung der Zuchtziele zu beschleunigen. Der Standort Gatersleben zeichnet sich besonders durch seine gute Infrastruktur sowie der guten Bodenbeschaffenheit und des günstigen Klimas aus. Eine weitere regionale Zuchtstation für Weizen entsteht gegenwärtig nahe Lincoln, im Bundesstaat Nebraska, USA. Geplant sind weitere lokale Stationen in Europa und Australien sowie, mittelfristig, in Asien und Lateinamerika. Zudem wird derzeit ein Netzwerk von Kooperationen mit weltweit führenden Forschungseinrichtungen aufgebaut, um neueste biotechnologische Verfahren in die Praxis umzusetzen und so den Zuchtfortschritt zu beschleunigen. Das wichtigste Weizenforschungszentrum von Bayer befindet sich in Gent (Belgien).
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