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Wirtschaft

Bayer: Kräftiges Wachstum bei Life Sciences

pd
am
01.08.2013

Leverkusen - Der Pharma- und chemiekonzern Bayer hat im 2. Quartal 2013 kräftige Zuwächse in seinen Life-Science-Bereichen erzielt.

Bayer CropScience trug auch im dritten Quartal wesentlich zur positiven Umsatzentwicklung des Konzerns bei. © BAyer CropScience
"Bei HealthCare verläuft die Markteinführung der neuen Pharma-Produkte deutlich besser als erwartet. Und CropScience setzte seine erfreuliche Geschäftsentwicklung in einem positiven Marktumfeld fort", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers bei der Vorlage des Zwischenberichts zum 2. Quartal.
 
Bei MaterialScience lag der Umsatz hingegen in einem schwierigen Marktumfeld leicht unter Vorjahr. Hier belasteten gesunkene Absatzpreise und höhere Kosten für Rohstoffe das Ergebnis. "Unseren Konzernausblick für 2013 behalten wir bei, auch wenn dieser zunehmend ambitioniert erscheint", so Dekkers.

Konzernumsatz um 1,9 Prozent gewachsen

Der Konzernumsatz stieg im 2. Quartal um 1,9 Prozent auf 10,360 (Vorjahr: 10,166) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Wachstum von 4,6 Prozent. Das EBIT verbesserte sich infolge niedrigerer Sondereinflüsse deutlich um 73,9 Prozent auf 1,287 (0,740) Milliarden Euro. Die Sondereinflüsse sanken auf minus 256 (minus 762) Millionen Euro. Darin sind vor allem Aufwendungen für außerplanmäßige Abwertungen immaterieller Vermögenswerte, für Restrukturierungsmaßnahmen sowie für Rechtsfälle - im Wesentlichen im Zusammenhang mit Cipro™ - enthalten.

EBIT um 73,9 Prozent verbessert

Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um 2,7 Prozent auf 1,543 (1,502) Milliarden Euro, das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA lag mit 2,195 (2,169) Milliarden Euro um 1,2 Prozent über Vorjahr. Das Konzernergebnis stieg um 74,8 Prozent auf 841 (481) Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie um 6,2 Prozent auf 1,54 (1,45) Euro. Der Brutto-Cashflow legte im 2. Quartal um 37,3 Prozent auf 1,680 (1,224) Milliarden Euro zu, der Netto-Cashflow erhöhte sich um 9,6 Prozent auf 1,536 (1,401) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung stieg von 7,5 Milliarden Euro zum 31. März auf 9,0 Milliarden Euro zum 30. Juni 2013. Hier konnten die Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit die Auszahlungen für die Dividende und die Akquisition von Conceptus nur teilweise kompensieren.

Weiterhin günstiges Umfeld für CropScience

Im Agrargeschäft (CropScience) stieg der Umsatz um 5,1 (wpb. 7,3) Prozent auf 2,392 (2,276) Milliarden Euro. Einen besonders starken Zuwachs erzielte der Teilkonzern in Lateinamerika/Afrika/Nahost, aber auch in Asien/Pazifik und Europa war die Entwicklung positiv. In Nordamerika wirkten sich der späte Saisonstart sowie rückläufige Anbauflächen negativ auf die Umsatzentwicklung aus. "Insgesamt hat das anhaltend hohe Preisniveau für Agrarrohstoffe unser Geschäft weiter begünstigt", so Dekkers. Den mit Abstand höchsten Umsatzzuwachs im Pflanzenschutz (Crop Protection) erreichten die Fungizide mit einem Plus von wpb. 20,7 Prozent. Hierzu trug vor allem das Geschäft in Lateinamerika und Europa bei.

Herbizide-Geschäft läuft gut

Auch das Herbizid- und das Insektizidgeschäft legten mit wpb. plus 3,4 bzw. wpb. 1,8 Prozent leicht zu. Dagegen war das Geschäft mit Saatgutbehandlungsmitteln mit wpb. minus 5,0 Prozent rückläufig - im Wesentlichen aufgrund bereits im 1. Quartal realisierter Umsätze in Europa sowie verringerter Anbauflächen für Ölsaaten in Kanada. Das Saatgutgeschäft (Seeds) verbesserte seinen Umsatz um wpb. 1,7 Prozent, insbesondere dank einer positiven Entwicklung bei Gemüse- und Reissaatgut. Der Bereich Environmental Science war sowohl im Konsumentengeschäft als auch im Geschäft mit Produkten für professionelle Anwender erfolgreich und steigerte den Umsatz wpb. um 5,8 Prozent. Das bereinigte EBITDA von CropScience legte um 13,7 Prozent auf 624 (549) Millionen Euro zu. Dabei profitierte der Teilkonzern insbesondere von höheren Absatzmengen und -preisen.

Umsatz soll auf 40 Milliarden Euro steigen

Den Ende Februar gegebenen Ausblick für 2013 behält der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt bei, auch wenn dieser zunehmend ambitioniert erscheint. "Es bleibt abzuwarten, inwieweit die unerwartet schwache Entwicklung bei MaterialScience durch die bessere Performance der Life-Science-Bereiche kompensiert werden kann", erläuterte Dekkers. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer auf wpb. Basis einen Umsatzanstieg von vier bis fünf Prozent. Für die nachfolgenden Prognosen wurden die durchschnittlichen Wechselkurse des 1. Halbjahres 2013 (bisher: des 4. Quartals 2012) zugrunde gelegt. Auf dieser Basis erwartet der Konzern einen Umsatz von ca. 40 bis 41 Milliarden Euro (bisher: 41 Milliarden Euro). Für das EBITDA vor Sondereinflüssen wird eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will Bayer einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen.

Gute Aussichten für das 3. Quartal

Der Ausblick für CropScience wird bekräftigt. Der Teilkonzern plant unverändert, über dem Markt zu wachsen, und erwartet eine wpb. Steigerung des Umsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich in Richtung neun Milliarden Euro. Bei dem um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA ist ebenfalls ein Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich geplant. Nach dem schwachen Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2013 geht MaterialScience davon aus, den Umsatz des Vorjahres im Jahr 2013 nicht ganz erreichen zu können (bisher: leichte Steigerung auf rund 12 Milliarden Euro; Vorjahr: 11,5 Milliarden Euro). Für das bereinigte EBITDA wird jetzt ein Wert unter dem des Vorjahres (bisher: in der Größenordnung des Vorjahres) erwartet. Im 3. Quartal rechnet der Teilkonzern mit einem wpb. Umsatz sowie einem EBITDA vor Sondereinflüssen über dem des 2. Quartals 2013.
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